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Dienstag, 22. Januar 2013

Show me the light...

Ich ertrinke. Langsam, Tag für Tag. Ich ertrinke im eiskalten, schwarzen Meer meiner eigenen Gedanken. Ich will atmen, will meine Lungen mit Luft und Leben füllen, doch es geht nicht. Ich höre meine eigenen Gedanken, so laut als würden sie mit mir sprechen. Was sie auch tun.
Versagerin. Du bist es nicht wert. Du bist schon lange kein Mensch mehr. Du bist nichts. Nein, du bist noch weniger als das.
Ich versuche die Stimmen zu unterdrücken.  Doch ich hasse mich. Hasse mich so sehr. Versuche dem Drang neue rote Linien in meine blütenweise Haut zu schneiden zu unterdrücken. Ich denke an all die Narben auf meinen Arm, die nie mehr weg gehen werden.
Das ist nicht genug. Es wird niemals gut genug sein.
Meine Hände zittern. Vor Kälte. Vor Angst. Vor dem unterdrückten Verlangen zu schneiden. 
Lass mich nicht allein, will ich rufen. Strecke die Hand aus. Fasse nichts, kein Licht. Die Dunkelheit klebt zu sehr an mir. Willst du wirklich diesen Weg mit mir gehen?
Ich habe Angst vor der Antwort. 
Ich habe Angst. Das ist alles was übrig bleibt. Wenn ich nachts in meinem Bett liege, und die Geister der Vergangenheit aus ihren Verstecken kriechen und die Träume mich jagen, und die Gedanken selbst im Schlaf - auch wenn man es nicht so bezeichnen kann - nicht aufhören. 
Ich habe Angst vor dem, was die Angst aus Menschen macht.

Freitag, 11. Januar 2013

Wirre Gedankenflut

Tage die zäh wie Kaugummi vorbeiziehen und nichts als den schalen Geschmack von Leere und Bedeutungslosigkeit hinterlassen. Streit, der wohl nur noch um des Streitens Willen ausgetragen wird, denn alles dreht sich immer nur im Kreis. Einsicht ist ein Fremdwort, genauso wie Verständnis und Zuneigung. Zwischen mir und meinem Eltern steht seit ich ein ein kleines Kind bin eine Mauer und mittlerweile ist daraus ein ganzer Berg geworden, der auch das letzte Sonnenlicht verdunkelt. Hier kann die Sonne nie wieder scheinen. Ich bin nur ein Mädchen, ohne Sinn und ohne Ziel, ohne ein richtiges Leben, ohne Zukunft. Ich treibe im Meer und meine eigenen finsteren Gedanken zerren mich immer weiter in die Tiefe hinab. Ich möchte schreien, möchte tief Luft holen, doch ersticke an meinen eigenen Worten.
Ich lasse mich von den Stunden durch den Tag tragen, beobachte emotionslos und schlaflos den Wechsel von Tag und Nacht, und selbst die letzten Atemwolken verschwimmen in Bedeutungslosigkeit. Ich schaue aus dem Fenster, und was ich sehe sieht mich nicht. Was ich sehen will sehe ich jedoch nicht, denn es ist viel zu weit weg, viel zu fern, ist nicht bei mir denn ich bin hier. Ich will meine Hand ausstrecken, will rufen, will hoffen dass jemand meine eiskalte Hand ergreift und mich aus meiner Finsternis zerrt. Doch ich ersticke an meinen eigenen Tränen, die ich nicht mehr weinen kann.
Ich existiere solange ich atme und mein Herz schlägt. Doch oft frage ich mich: Wie lange noch? Denn ich weis es nicht. Es fühlt sich an, als würde mir die Zeit davonlaufen. Die Zeit, von der ich doch eigentlich mehr als genug habe, mehr als mir lieb ist. Welch lächerliche Ironie. Ein Körper, der nicht mehr so kann, wie ich es will. Ein Herz das schmerzhaft schlägt. Als müsste es für jemand anderen mitschlagen. Manchmal ist Atmen so schwer. Und noch viel schwerer ist es morgens zu erwachen. Ich fühle mich gefangen in einer Welt die es nicht gibt. Irgendwo zwischen Wachen und Schlafen. Ein Körper der sich nicht bewegen kann. Gedanken, die sich nicht verselbstständigen können. Eine Welt, die mich in ihre Richtung zerrt, und eine andere die mich in die Tiefe zerrt. Mein Kopf ist so leer und zugleich viel zu voll. Gedanken die beim sich ständigen wiederdenken weh tun. Ein Kopf der viel zu klein ist um Platz für all die Gedankenwelten zu bieten. Der Wunsch nach Stille, und die gleichzeitige Angst davor. Denken das manchmal so schwer fällt. Eine Welt die verschwimmt, die sich immer mehr selbst verzerrt. Ein kurzer Weg, ein paar Meter nur, der mir plötzlich so unwahrscheinlich weit und unmöglich zu erreichen scheint. Ein Verstand der schreit, dass er nicht wahnsinnig werden will. Und ein Kopf, der so schwer ist und so weh tut und einfach nicht mehr denken will. Blut das durch meine Adern und meine Ohren rauscht. Sterne obwohl es noch lange nicht Nacht ist.  
Quälend langsam kriechen die Zeiger der Uhr vorwärts. Zeit sickert durch Sanduhren. Wiederholt sich immer wieder. Wiederholt sich sofort. Zahlen am Kalender, die sich ohne Bedeutung die Hand reichen. Wechselnde Wolken, die der Wind vor sich her treibt.
Die Welt ist grau und dunkel und trist. Ein Lachen wirkt fehl am Platz, klingt grell und falsch. Ein Lächeln wirkt wie aufgemalt, nachträglich auf ein Gemälde gepinselt. Wärme ist nur eine Illusion, Kälte hingegen dringt durch den Körper, nistet sich in Knochen und im Herzen ein. In mir wohnt die Dunkelheit, bei jedem Schritt tropfen die Schatten auf die Straße, bleiben in Pfützen hängen, an kahlen Ästen kleben.
Wege führen weit fort. Wege führen ins Nirgendwo. Wege weichen von festen Straßen ab. Wege können irgendwo ankommen. Wege können einen in die Irre führen.
Doch Menschen kommen niemals irgendwo an. Denn immer geht es irgendwo weiter, immer lauert irgendwo eine weitere Abzweigung, ein weiterer Irrweg, eine Sackgasse, ein Tunnel, der einen nur im Kreis führt.
Man kann ewig auf der Suche sein. Doch das was man sucht, ist meist etwas dass es gar nicht gibt. Oder dass es einmal gab und schon lang verloren ist, was nur die Hoffnung einfach nicht einsehen will. Man kann ewig unterwegs sein, ohne jemals irgendwo anzukommen.
Dennoch ist unterwegs sein besser, als ewig zu warten. Denn warten worauf? Die Antwort ist genauso wenig existent wie die Anzahl der Sandkörner im Wüstenwind. Auf den Tod kann man nicht warten. Denn er wird dich finden, so oder so. An diesem oder an jenem Ort. Egal wo. Auf das Leben kann man eben so wenig warten, denn es kommt einen nicht besuchen, klingelt nicht einfach plötzlich an der Tür. Wenn man einmal die Chance verpasst hat, richtig zu leben, ist es sehr sehr schwer es überhaupt jemals zu lernen. Und der Weg ist weit, und ans Ende wird man niemals kommen wenn man ihn nicht geht.
In schwarzen Pfützen sehe ich all die toten Träume schwimmen, sehe die vergossenen Tränen glitzern. Ich habe Angst, und weis doch nicht wovor. Wolken stürzen vom Himmel, denn er ist nicht so hoch und weit wie ich all die Jahre dachte. Sterne lassen sich nicht fangen, denn eingesperrt können sie nicht mehr leuchten. Ich schaue auf mein Spiegelbild und weis dass der Spiegel mir nie die ganze Wahrheit zeigt, obwohl Spiegel nicht lügen können. Ich laufe, weil ich nicht mehr stehen bleiben will, doch ich laufe auf der Stelle, was letztendlich auf das Selbe hinausläuft. Ich atme die kalte Luft ein, und sie brennt in mir. Ich will rufen, doch ich kann nicht. Ich will davonlaufen, will mich irgendwo unter der Decke verkriechen, doch ich weis es bringt nichts. Die Schatten sind immer da. Die Angst ist immer da. Sie folgt mir, tritt aus dunklen Ritzen, kriecht über den Boden, berührt mich mit kalten Fingern im Schlaf und im wachen Zustand. Angst kann niemals mein Freund sein. Und doch kann ich erst lernen mit ihr zu leben, wenn sie nicht länger mein Feind ist.
Worte fließen aus mir heraus, und doch bleibt das Chaos in meinem Kopf. Nichts ordnet sich, nichts wird besser. Ich grabe Löcher in den Schnee, doch die Gedanken verschwinden nicht darin. Winterwelt ist kalt und leer, Winterwelt ist in mir, denn es ist die Welt in der ich lebe, die Welt in der ich gefangen bin, auch wenn es eine Welt ist, die nur in mir existiert.

Mittwoch, 19. Dezember 2012

The dark melody inside me

So viele Einträge geschrieben in der letzten Zeit. Sofort wieder gelöscht, kaum dass die Worte getippt waren. Nie veröffentlicht, tausende Worte geschrieben, und doch totgeschwiegen. Denn ich kann nicht, kann all das nicht in Worte fassen, was in mir ist. All diese Dinge...
Ich kann einfach nicht. Aus meinem Mund kommt nicht ein Wort, auch wenn ich es versuche. Mein Körper reagiert mit Panik, unkontrolliertem Zittern und schrecklicher Angst. Mein Gehirn schafft es irgendwie die Gedanken und Erinnerungen halbwegs auszublenden, zu vergessen für den Moment. Zu verdrängen. Denn vergessen ist es nie, irgendwo in den tiefsten und dunkelsten Ecken lauert es, und begleitet mich wohin ich auch gehe.
Ich bin am Limit, halte es nicht mehr aus, weis aber dass ich muss weil ich nicht aufgeben darf. Weil da noch diese Hoffnung ist, dass es eines Tages doch noch besser werden wird, auch wenn nicht ich es bin, die diese Hoffnung trägt. Ich habe so Angst die einzigen Menschen zu enttäuschen, die überhaupt an mich glauben. Halt mich. Bitte, halt mich fest. Und lass mich nie mehr los. Ich bin nur ein Blatt im Wind, wer weis wo ich lande, ertrinke im tiefsten dunklen Wasser, zerbreche im zerrenden Sturm. Halt mich fest.

Mir geht es nicht gut. Das merke ich jeden Tag. Und doch lächle ich und sage, dass alles in Ordnung ist. Kann ich wirklich so gut lügen? Warum schaffe ich es nicht, jene zwei kleinen Wörter auszusprechen, die ich so gerne aussprechen will? Aber stattdessen sage ich mir, ich muss es allein schaffen, und entweder ich schaffe es oder ich schaffe es nicht. Und ich weis dass ich es nicht schaffe. Ich spüre es, jeden Tag. Es ist mein eigener Untergang, eine Abwärtsspirale unterlegt in rot, und ich selbst kann nichts tun, außer mir dabei zuzusehen. All die Worte und Schreie bleiben in mir.
Ich kann nicht hinaus, aus dem Käfig, der nur in meinem Kopf existiert. Und niemand kann hinein, denn ich kann niemanden hineinlassen. Ich weis nicht wie.
Ich habe Angst.

Sonntag, 9. Dezember 2012

Human life is a senseless dream

Dunkelheit. Traumbilder, die mich auch nach dem Aufwachen nicht loslassen. Zuhause wird es immer, ich ertrage selbst die Blicke meiner Eltern nicht. Mir ist eiskalt, dauerhaft eiskalt, egal was ich versuche, wie viele Sachen ich mir übereinander ziehe, mir wird nicht wärmer. Die Kälte frisst sich durch mich hindurch, nistet sich in meinen Knochen ein. Mein Körper tut weh. Mein Herz tut weh, als könnte es sich nicht entscheiden, ob es weiter schlagen soll oder doch nicht. Ich fühle mich alles andere als gesund. Ich ertrage mich selbst nicht, stehe vor dem Spiegel und kann dieses Mädchen darin nur hassen. Ich schleppe mich durch die Tage, ertrage es nicht im Unterricht zu sitzen, ertrage aber auch die Einsamkeit nicht, die mich überallhin begleitet. Ich fühle nur Leere, und fühle nichts. Ob ich wach bin oder schlafe verliert sich in einem grauen Nebelschleier. Alles zieht vorbei, nur ich bewege mich nicht. Verdrängte Erinnerungen kommen wieder hoch, lassen mich nicht los. Ich stoße stumme Schreie aus, doch nichts geschieht. Nur Blut das im Abfluss zu Wasser zerfließt. Was ist Leben? Alles was von Menschen am Ende übrig bleibt, ist ein Haufen nichts.

Willkommen in meinem Leben.

Samstag, 24. November 2012

Gefangenes Spiegelmädchen in eigenen dunklen Gedankenwelten

Ein Lächeln auf den Lippen des Mädchens, das mir aus dem Spiegel in die Augen sieht. Doch es ist kein fröhliches Lächeln. Nichts kann ich dagegen tun, gar nicht, der Selbsthass kommt in Wellen, kommt wie Wind und Sturm. Hass auf dieses Wesen, das ich bin. Dieses dumme Kind, diesen schlechten Menschen, dieses Mädchen, das irgendwo zwischen Leben und Sterben umherirrt, in einer Welt gefangen, die nur in ihrem Kopf und ihren Gedanken existiert, dieses Mädchen, das falsch ist in dieser Welt. 
Dunkle Gedanken hängen in den Wolken über meinem Kopf, senken sich auf meine Welt, nehmen mir die Luft zum atmen, lassen mich in einem Meer aus Tränen ertrinken, die ich nicht weinen kann.
Ich stehe vor dem Spiegel. Und will dieses Ding töten, das darin eingesperrt ist. Dieses Ich, das mich festhält in einer Zeit, die schon längst von der Zukunft eingeholt wurde, doch diese Zukunft gab es nie für mich. Ich stehe noch immer irgendwo in der Vergangenheit. Ich kann nicht nach vorne blicken, sondern nur zurück. Als hätte ich meine Augen auf der falschen Seite. Schatten sind Schatten der Ewigkeit. Sie lassen einen niemals los.

Zu verletzlich. Ich bin viel zu verletzlich. Ich habe keinerlei Schutz, es ist viel zu leicht mir weh zu tun. Es reicht oft schon ein Wort, eine kleine Erinnerung, eine Situation, eine Beobachtung, und schon öffnet sich in mir eine der vielen Türen in mir, hinter denen ich die dunklen Erinnerungen verschlossen halte, verdrängt. Und dann bin ich machtlos. Die Tür fliegt mit einem Knall auf, und ich habe nicht die Kraft, sie wieder zu schließen. Ich stehe da, bewegungsunfähig, während all die Gefühle und Gedanken durch mich fließen, als wäre es nie vorbei sondern geschieht in diesem Moment. Egal wie lang es auch her ist, auch wenn es viele Jahre sind, das spielt keine Rolle. Erinnerungen holen die Zeit zurück. Egal wie viel Zeit auch vergeht, es ist nie genug. Es tut weh. Immer und immer wieder aufs neue. 
Menschen verletzten andere, verletzen mich, denn jeder trägt Messer aus Worten mit sich herum, und die meisten werfen leichtfertig damit um sich, und es ist ihnen egal wenn sie damit treffen. Manchen macht es Spaß in alte Wunden zu stechen, die nie verheilt sind.

Brennende Narben zeigen mir dass ich noch lebe. Dass ich da bin, dass ich nicht nur eine Erinnerung bin, die übrig geblieben ist weil sie vergessen wurde. Ein seltsames Lächeln. Ein Mädchen, das mir so fremd erscheint. Wer oder was bin ich? Wer oder was würde ich gerne sein? Fragen, auf die es keine Antwort gibt. Wie soll ich an eine Zukunft glauben, wenn ich mich selbst irgendwann auf diesem langen Weg verloren habe? Wenn ich das verloren habe, was man zum leben braucht, sodass sich leben von überleben unterscheidet, bzw. wenn ich das niemals hatte. Wenn mir das, was andere haben, schon immer fehlt, dann ist es kein Wunder dass ich andere Menschen schon seit ich mich erinnern kann um diese Leichtigkeit beneide, diese Fröhlichkeit, die Hoffnung die sie antreibt, und das Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit. Ich habe mich immer gefragt, wie andere es schaffen zu leben ohne zu verzweifeln und sterben zu wollen. Doch andere kennen wohl diese Leere nicht, die Depression und Traurigkeit, die wie ein grauer Nebelschleier über allem hängt und der Welt de Farben entzieht. Auch wenn ich heute Dinge verstehe, die ich früher als ich klein war nicht verstanden habe, so ist es doch das selbe geblieben, es hilft mir nicht zu verstehen, da ich all das andere noch immer nicht verstehe, da ich am Leben verzweifle. Der Wunsch wirklich zu leben statt nur zu existieren ist da, doch genauso die Frage, was "richtig zu leben" eigentlich ist und wie das geht. 
Ich bin die selbe geblieben. In all den Jahren. Und ich werde wohl niemand jemand anders sein können. Wenn in meinem Kopf all die Stimmen flüstern, wenn die Gedanken über mir hereinstürzen, wenn die Dunkelheit in mir mich zu verzehren beginnt, so bin ich gefangen in meinem eigenen Kopf, eingesperrt in meinem eigenen Körper. Aus der Dunkelheit der eigenen Gedankenwelt gibt es kein entkommen. Da führt kein Weg mehr zurück, wenn man sich einmal in dieser Dunkelheit verlaufen und verloren hat.

Ich weis, dass es schlechte und etwas bessere Tage gibt. Auch wenn die besseren sehr selten sind. Und dann gibt es noch diese anderen Tage. Die gefühlsmäßig den absoluten Tiefpunkt darstellen. 
Das was ich habe, kann man nicht Leben nennen. Es ist langsames Sterben, das sich ein Leben lang hinzieht. Auch wenn es ein recht kurzes Leben ist, so kommt es mir selbst vor wie eine Ewigkeit. Viel zu lang.

Ich bin allein und voller Ängste, die die Dunkelheit nur weiter nähren. Ich will weinen, doch ich kann es nicht. Ich sitze da und starre ins Leere, starre hinaus in die Welt, doch ich sehe sie nicht. Mein Blick ist nach innen gekehrt, ich sehe ganze Welten, die sonst keiner sieht. 
Ich habe Angst. Angst vor den Träumen. Angst vor den Erinnerungen und Gedanken. Angst davor einzuschlafen. Angst, am nächsten Morgen wieder zu erwachen.

Meine Tage versinken in Sinnlosigkeit, gehen irgendwo im Strom der Zeit unter. Ich bin so teilnahmslos, alles zieht einfach nur vorüber. Als wäre mein Leben nur eine Zugfahrt. Und keine bei der es sich lohnt auch nur aus dem Fenster zu sehen. 

Ich fühle mich allein. Allein mit all den Gedanken in mir, die auch Gesellschaft nicht vertreiben kann. Diese Art von Einsamkeit, die dem Gefühl von Kälte gleicht, die sich im eigenen Körper eingenistet hat, und einen Wärme von außen nicht länger spüren lässt.

Ich weis nicht mehr weiter. Weis nicht was ich noch tun soll. Fühle mich, als würde ich am Abgrund stehen kurz vor dem Fall, oder schon einen Schritt weiter, ohne es bereits registriert zu haben.

Freitag, 16. November 2012

Wirre Tage die in Bedeutungslosigkeit versinken

Ich hab das Gefühl zu fallen, immer tiefer und tiefer ins Dunkel, es gibt keine Ende, ich komm niemals unten auf.
Ich hab das Gefühl zu ertrinken, unterzugehen im weiten Meer. Nach Halt zu suchen, den es nicht gibt, nach Hilfe zu rufen, doch keiner hört mein stummes Schreien.
Ich hab Angst. Angst, die mich quält. Angst, die Bilder in meinen Kopf malt, die nicht real sind und denen ich dennoch nicht entkommen kann. Angst, die mich zittern lässt, die mich nicht schlafen lässt, die alles in mir zu verschlingen droht.
Ich will aufwachen. Doch mein Leben ist kein Traum. Ich will schreien, doch all die Worte und all der Schmerz bleiben in mir. Ich will weinen, doch kann es nicht mehr. Ich will weglaufen, doch vor mir selbst kann ich nicht fliehen. Ich will sterben, doch ich weis dass ich das noch nicht darf. Ich will leben, doch ich weis nicht wie das geht. 

Ich fühle all den Hass, das Unverständnis und die Abneigung, die die Menschen mir entgegenbringen und in der Vergangenheit entgegenbrachten. 
Ich sehe in den Augen meiner Mutter (die seit heute wieder zuhause ist) all das, was sie nicht aussprechen darf. Ich höre in meinem Kopf all die Worte, die sie mir entgegengeworfen hat, und die noch immer wehtun, noch immer brennen wie Feuer in Wunden, wie am ersten Tag. 
Ich lebe in einem Kartenhaus. Nur der kleinste Windhauch kann alles zum Einsturz bringen. Kartenhäuser sind nicht für Gewitter und Stürme gemacht.

Ich fühle mich fremd. Fremd in dieser Welt. Fremd in meinem eigenen Körper. Ich bin es, der in den Spiegel blickt, doch ich bin es nicht, der vom Spiegel zu mir zurückblickt. 
Ich bin etwas, das irgendwie übrig geblieben ist. Etwas, das niemals jemand haben wollte, weil es niemals gut genug war, niemals die Erwartungen erfüllen konnte. Doch trotzdem bin ich da. Und ich bin diejenige, die dafür am allerwenigsten etwas kann.

Schmerz bohrt sich durch meinen Körper. Unerwartet, ohne Vorwarnung. Plötzlich dieses Stechen, und ich habe Mühe nicht zu schreien. Vor meinen Augen explodieren tausend Funken, die Welt dreht sich. Nach einer Weile lässt es nach.

Meine Tage sind wirr, sind von Leere und Bedeutungslosigkeit geprägt. Alles zieht an mir vorbei, grau und  voller dunkler Gedanken. In meiner Erinnerung verschwimmen diese Tage zu Nebelwolken, nicht greifbar, nicht wirklich da. Es ist als hätte ich die Zeit erlebt und nicht erlebt zugleich.
Allein aufzustehen und in den Unterricht zu gehen bereitet Anstrengung. Nächte voller Alpträume, Nächte fast ohne Schlaf. Ich kann zwar sagen, ich bin es gewohnt, doch ich kann nicht sagen, dass ich auf Dauer so weitermachen kann.

Ich habe Angst. Ich fühl mich so fehl am Platz. Ich fühle oft gar nichts mehr, fühle mich als wäre ich schon lange nicht mehr da. Als wäre ich schon tot, und hätte nur meine eigene Beerdigung verpasst. 

Mittwoch, 14. November 2012

Der Schnee der Vergessenen


Ein Blick in den Spiegel. Eingerahmt das immer gleiche Bild. Immer gleich, immer anders. Immer dunkel, immer leer. Immer voll von Selbsthass und nie geweinten Tränen. 
Allein gelassen. Verletzt. Einsam.
Einsamkeit. Ein Wort, das seltsam auf der Zunge schmeckt, wenn man es sein leben lang in sich trägt, doch niemals ausspricht. Stilles Eingeständnis der eigenen Hilflosigkeit, stille Resignation. 

Ich komme mit der Welt nicht klar, und die Welt nicht mit mir. Ich komme mit meinem Leben nicht klar. Ich komme mit der Vergangenheit nicht klar. Nicht mit Gegenwart und Zukunft. Ich komme mit gar nichts klar.

Ich weis nicht einmal mehr was ich noch fühle. In diesen Tagen fühle ich oft gar nichts. Fühle nicht dass ich noch da bin, fühle nicht dass ich noch lebe. Fühle Schmerz, den ich erst nach einer ganzen Weile als solchen registriere. Fühle nur Angst, doch selbst die fühlt sich manchmal irgendwie betäubt an. Fühle mich allein und leer. Fühle all die Tränen in mir, die ich nicht weinen kann. 

Ich will verschwinden. Will einfach nur verschwinden, eintauchen im Meer des vergessen. Ich will nicht in der Erinnerung der Menschen als jemand bleiben, der ich nicht wirklich bin. Ich will vergessen können. Will all die Dinge hinter mir lassen, die mich einfach nicht loslassen, die mich in meinen Träumen einholen, auch wenn ich sie sonst so gut es geht zu verdrängen versuche. Ich will verschwinden.

Eiskalt. Es ist eiskalt in mir. Ich kann nicht aufhören zu zittern, doch es ist keiner da der mich wärmt. Ich spüre die Kälte nicht nur auf meiner Haut, ich spüre sie in mir, tief in mir drin. Für mich ist es Winter. Schneeflocken fallen leise in meinem Inneren, lassen die Tränen erfrieren, bedecken alles in mir. All das Hässliche und Dunkle. Und das letzte bisschen Licht, von dem ich nicht einmal glaube, dass es noch vorhanden ist. Alles wird von Schnee bedeckt. Doch es ist keine wärmende Decke. Es ist ein Leichentuch.

Dienstag, 13. November 2012

dunkle Spiegelschatten und Gedankengeister

Dunkelheit. Wohin ich auch gehe, denn die Dunkelheit ist in mir. Lässt mich nicht schlafen. Quält mich mit all den Bildern meiner Erinnerung. Lässt mich nicht los. Lässt mich niemals los.
Spiegel können die Türen zu anderen Welten öffnen, doch man selbst kann sich auch im Spiegel verlieren. Wenn ich in den Spiegel blicke, dann sehe ich mein eigenes, müdes Gesicht. Meine langen, hellen Haare, meine Augen, die mich daraus anblicken. Der Blick des Spiegelmädchens ist so leer.
Ich sehe ein Mädchen, das mir selbst fremd ist. Sehe mich selbst, sehe meinen Körper, und spüre deutlicher denn je wie sehr ich mich selbst hasse. Am liebsten würde ich den Spiegel zerschlagen, um das Wesen, das ich bin, nicht länger ansehen zu müssen. Will das Spiegelbild zerstören. Will all die Erinnerungen auslöschen, all die Traurigkeit und den Schmerz, will dieses Leben vergessen.

Meine Welt ist grau und dunkel. Und sie ist so leer. Sinnlosigkeit liegt wie ein schwerer Mantel über allem gebreitet und nimmt mir die Luft zum atmen. Ich habe tausende Fragen. Tausend "Warum?!" spuken mir in blutig roter Leuchtschrift durch den Kopf. Tausend Fragen. Tausende und abertausende Gedanken, durch meinen Kopf rasend, niemals halt machen, und nicht merkend,dass sie sich selbst nur im Kreis drehen. Keine Wände, keine Ruhe, kein Schlaf, der zumindest für eine kurze Weile das Chaos und all die Gedanken in mir zum verstummen bringt. 

Rote Schlieren mischen sich mit Wasser und werden fortgespült. Schon wieder ein Spiegel, dieses Mal der im Bad. Ich schaue schnell weg. Verlasse das Bad. Um in die Stille und Einsamkeit des Hauses zurückzukehren, das mir im sterbenden Licht des Tages leerer denn je vorkommt. Dunkelheit kriecht durch die Fensterscheiben über den Boden, die Schatten werden länger und dunkler. Ich habe keine Angst vor der Dunkelheit, die habe ich schon lang nicht mehr. Was mir Angst macht ist die Stille, die Leere. 
Ich weis selbst nicht mehr, was ich eigentlich will. Ich will gar nichts mehr. Ich weis gar nichts mehr. Ich bin verwirrt, verloren, allein.
Wenn meine Eltern zuhause sind, fühle ich mich genauso verloren und einsam wie an Tagen, wenn sie nicht da sind. Doch heute, wo sie nicht da sind, treibt mich diese Innere Unruhe dazu, ziellos von einem leeren Raum in den nächsten zu gehen, ohne zu wissen, was ich dort eigentlich will. Ich hasse mich, hasse mich mehr denn je. Dieses Leben, das im Grunde keines ist. Ich fühle mich tot, fühle gar nichts mehr. Bin nicht einmal sicher, ob es mich überhaupt noch gibt. Vielleicht bin ich selbst ja schon lang nicht mehr da, bin schon lange weg und habe es nur selbst noch nicht gemerkt. Oder mein Kopf voller kranker Gedanken hat sich mich selbst ausgedacht, und ich bin nur eine Illusion in meiner eigenen Gedankenwelt. 

Zwischen all den Menschen fühle ich mich so falsch. Fühle mich noch viel fremder und noch viel falscher. Sehe lachende Gesichter, höre Worte, die an mir vorbeigehen wie ein unendlicher Fluss. Sehe Bewegungen die sich in tanzenden Lichtern vor meinen Augen abspielt. Sehe die Welt, die nicht stillsteht. Und fühle mich selbst nur umso falscher, weil ich die einzige bin, die stillsteht. Die stehen geblieben ist und niemals weitergehen wird. Wie eine kaputte Uhr, die man nicht mehr aufziehen kann. Kein Teil mehr des ewigen Zeitflusses. Irgendwo darin verloren gegangen, weil ich es nicht mehr geschafft habe, mitzuhalten.
Ich war nie stark genug. Nie. Wenn man nichts mehr zu verlieren hat, dann macht einen das stärker. Das habe ich schon oft gehört und gelesen, doch es stimmt nicht. Aus eigener Erfahrung weis ich, dass man trotzdem nicht stärker wird. Auch wenn man es sich wünscht. Es macht einen nicht stark, es macht einen nur noch mehr und mehr und mehr kaputt. Ich weis nicht, ob es irgendwas gibt, das einen stärker macht. Ich habe es nicht. Und ich glaube, dass ich es niemals haben werde. 

Warum tut es immer noch weh, nach all diesen Jahren? Warum habe ich mich nicht daran gewöhnt? Warum tut es jedes Mal aufs neue weh? Warum habe ich nicht gelernt damit umzugehen?...Ich bin müde. Müde von all den Gedanken, die durch meinen Kopf geistern, und mir keine Ruhe lassen...


Ich will den Himmel sehen
will auf Wolken stehen
im Glanz der Sterne gehen -
Ich bin ein Träumerkind
in weitem Meer und Wind
hab den Weg verloren
kann keinen mehr sehen,
kann allein nicht mehr stehen
hab keinen Weg zu gehen....

Donnerstag, 25. Oktober 2012

sinnlose Leere. leere Sinnlosigkeit.

Unruhige Träume begleiten mich durch die Nacht. Ein Erwachen in Finsternis, nur um dann festzustellen, dass ich noch immer im Traum gefangen bin. Ob ich wach bin oder schlafe, geht irgendwie ineinander über. 
Ein Herz, das schlägt und sich dann krampfartig zusammenzieht, ein kurzer stechender Schmerz. Bauchkrämpfe, Erschöpfung. Einschlafen. Die Decke rutscht halb vom Bett und ich zittere vor Kälte, als ich nur halb zugedeckt wach werde. Es ist Nacht, oder vielleicht auch schon sehr früh morgens, zumindest ist es dunkel. Ich habe Angst. Angst wegen den Träumen, aus denen ich gerade erwacht bin. Ich schlafe erneut ein. Bis mich der Wecker wieder aus dem Schlaf reisst. Die Nacht ist dunkel, doch auch der Tag ist nicht hell. Wie eine Marionette ziehe ich mich an und blicke in den Spiegel, während ich mich frage wer gerade an meinen Fäden zieht. 
Die Welt rauscht vorbei. Eingesperrt in die übervolle S-Bahn blicke ich sehnsüchtig nach draußen, blicke aus dem Fenster, wo die Welt in kurzen Farben des hereinbrechenden Morgens vorüberzieht. Alles verschwimmt, ich tauche ein in diesen tiefen Ozean, schwimme auf den verzerrten Bildern, der rasend schnell vorbeiziehenden Welt, und versuche nicht darin unterzugehen.
Die Sinnlosigkeit liegt wie ein dunkler, grauer Schatten über allem. Auch wenn Dinge mit dem Verstand und mit Logik erfassbar sind, heißt das nicht, dass sich dahinter auch irgendwo ein Sinn versteckt. Auch wenn man noch so lange sucht, und noch so klug ist, was nicht existiert kann man auch nicht finden. Und wenn man dumm ist, kann man erst recht nichts finden, erst recht nichts verstehen. Warum kann man für die einfachsten Dinge zu dumm sein, während man in absolut unwichtigen Dingen scheinbar ziemlich gut ist? Eine Frage ohne Antwort. Ein leises Seufzen eines Mädchen in einer S-Bahn. Ein resigniertes Ausatmen, das kaum die Scheibe beschlägt.
Allein. Ich fühl mich so allein. Ich spiele anderen eine Person vor, die ich nicht bin. Ich trage viele Masken. Doch wer oder was ich bin, das weis ich nicht. Was darunter liegt, kenne nicht einmal ich so wirklich. Und so langsam beginne ich daran zu zweifeln, dass überhaupt etwas darunter liegt. Vielleicht existiere ich gar nicht, vielleicht existiere ich nicht mehr, und habe es bisher nur noch nicht begriffen. 
Das ist Unsinn, sagt mein Verstand. Und trotzdem ist da diese Leere in mir, die nichts füllen kann, die niemand sehen kann, die keine Logik dieser Welt erklären kann.
Meine Augen tun weh. Ich bin müde. Nicht nur mein Körper ist müde, aufgrund des Schlafmangels. Auch mein Kopf ist müde, sich immer und immer wieder über die selben Dinge den Kopf zu zerbrechen; immer und immer wieder nach Antworten zu suchen, die man vermutlich gar nicht finden kann, weil es sie nicht gibt. 
Ich habe Angst. Ich fühle mich allein. Meine Finger streichen über das kalte Glas des Spiegels an meiner Wand. Vorsichtig, als würde das Glas sonst brechen, die Berührung ist kaum mehr als ein Windhauch. Ich blicke in das Gesicht des Mädchens im Spiegel. Diese Augen, in denen so tiefe Sehnsucht zu lesen ist, und zugleich so tiefe Leere. Diese Augen. Ich will nicht, dass das die meinen sind. 
Unerfüllbare Sehnsucht und Leere, wie zwei Seiten eines Spiegels. Nicht gleich, aber dennoch untrennbar verbunden. 
Leere, die grenzenlos ist, und irgendwie gefüllt werden möchte.
Sehnsucht, die einen langsam auffrisst, und deshalb unerfüllbar ist, weil man nicht einmal weis was es ist, dass einem fehlt. Etwas, damit man nicht mehr kaputt ist sondern wieder ganz. Etwas, das es einem ermöglicht wirklich zu leben, statt nur zu existieren. Etwas, das diese Leere in einem selbst füllen kann. Es ist irgendetwas sehr sehr wichtiges, doch was es ist vermag man nicht zu sagen. Doch man weis, dass es etwas ist, das nicht existiert, etwas das man niemals finden wird weil man es gar nicht finden kann.

Donnerstag, 4. Oktober 2012

Allein sein...

Ich sitze hier in meinem Zimmer und mache gar nichts. Sitze nur da und starre ins Leere. Drehe die Musik auf, damit sie das Geräusch des Regens und meine eigenen Gedanken übertönt. Aber meine Gedanken lassen sich nicht übertönen. Zu viele Gedanken in mir, und gleichzeitig zu viel Leere und Dunkelheit.
Ich habe das Gefühl als würde ich einfach in Tausend Teile zersplittern; als könnte der Sturm mich einfach forttragen sobald ich mich in den Wind stelle, wenn mich niemand festhält.
Das wünsche ich mir gerade am meisten.
Ich vermisse Wärme einer Umarmung, doch ich habe Angst dass sie meine eiskalte Haut verbrennt.
Ich vermisse das Gefühl nicht ganz allein zu sein, doch ich habe Angst, dass die Leere in mir zu groß ist.
Ich vermisse das Gefühl lachen zu können, doch ich habe Angst an meinen eigenen nicht geweinten Tränen zu ersticken.
Ich vermisse die Hoffnung, die in den letzten Wochen in mir erwacht ist, doch ich habe Angst dass es für mich keine Hoffnung mehr gibt.

Sonntag, 26. August 2012

Leere in mir

Ich fühle diese Leere in mir. Dieses unbestimmte Gefühl, dass mir etwas fehlt. Ich kann nicht benennen worum es sich handelt, denn ich weis es selbst nicht so wirklich, doch es ist etwas wichtiges. Etwas existentielles, ohne das man nicht leben kann. Es ist etwas, das andere Menschen haben, das anderen nicht fehlt. Es ist etwas, nach dem ich immer auf der Suche bin, immer auf der Suche sein werde, auch wenn es mir nicht direkt bewusst ist. Doch zugleich ist da die schmerzliche Erkenntnis in mir, dass es etwas ist, das weder das Leben noch der Tod mir geben kann.

Freitag, 24. August 2012

Gefühlstot

Wieder ein Gespräch mitgehört. Meine Mutter am Telefon. Mit meiner Tante. Ich wollte eigentlich in die Küche gehen. Und blieb stehen im Gang, als ich ihre wütende Stimme aus dem Wohnzimmer höre. Das Thema war ich. Wie so oft, mal wieder. Und es tut jedes Mal wieder weh. Zu hören was sie über mich denkt, wie sie über mich schimpft, wie sie mir die Schuld an allem gibt und sich selbst keine. Das hat sie gesagt, dass sie selbst doch gar keine Schuld hat, und sich so mies und ungerecht behandelt fühlt. Ich stand da, im sterbenden Tageslicht das noch durch die Fenster schien, und hab mir fest auf die Lippe gebissen um nicht zu heulen. 
Sie erträgt mich nicht mehr. Ich kriege gar nichts auf die Reihe. Ich würde sie hassen und jeden Tag beschimpfen. Ich würde ihr das Leben vermiesen und sie krank machen, sie erträgt das nicht mehr. So kann und wird es nicht weitergehen. Und so weiter. Dinge, die ich nicht wiederholen will weil sie zu weh tun.
Und im Gang stand das Mädchen, das ich bin, wie erstarrt und zu Eis gefroren, während bestimmt eine halbe Stunde vergeht. Unfähig einfach wegzugehen, denn sie weis vergessen kann sie sowieso nicht, was sie hier hört. Gefühllos, wie betäubt, steht sie da und die Worte brennen sich in ihren Kopf. Augen aufgerissen, angespannt, Angst. 
Als sie in ihr Zimmer geht, ist es schon dunkel. Und dunkel ist es auch in ihr. Sie will weinen, doch es geht nicht. Gefühlstot, nicht eine Träne. Nur Angst. Und etwas in ihr, das weh tut, so weh. Sie kann nicht mehr. Dreht laut Musik auf und zieht die kleine Schachtel mit der Rasierklinge aus ihrem Versteck. Und versinkt in einem roten Strudel aus Schnitten, Blut,  hämmernden Bässen in ihrem Kopf, will nur eines und zwar vergessen. Schmerz vermischt sich mit Gedankenwirbel und toten Träumen, sie fühlt dass sie noch da ist, und zugleich schon lange fort. Gefühlstot  und verloren.

Dienstag, 21. August 2012

Wohin?

Die Tage treiben dahin und verschwimmen in meiner Erinnerung zu einem grauen Matsch, formlos und nicht greifbar, alle Tage sind irgendwie gleich. Leer und ohne Inhalt, ohne dass irgendetwas passiert, was es wert wäre sich an sie zu erinnern. Selbst meine Gedanken in meinem Kopf sind flüchtig, nicht greifbar. Sie entgleiten mir, kaum dass ich sie gedacht habe. Und hinterlassen nur ein Gefühl von Leere. Es fällt mir so schwer, irgendeinen davon festzuhalten, mich zu konzentrieren, um mal wieder irgendetwas zustande zu bringen, irgendetwas tun zu können, das mir Spaß macht. Aber mein Kopf ist so schwer in letzter Zeit, fühlt sich so voll an, und zugleich so leer. Zu viele Gedanken, aber doch kann ich sie nicht in irgendeine produktive Richtung lenken.
Ich komme mit mir selbst nicht mehr klar. Gar nicht mehr. Sehe ich in einen Spiegel, wird der Wunsch, nicht mehr ich sein zu müssen, übermächtig und unerträglich. Man kann vor so vielem davon laufen, man kann seine Erinnerungen verdrängen, seine unangenehmen Gedanken zur Seite schieben. Aber vor sich selbst kann man nicht davon laufen. Sich selbst kann man nicht vergessen. Man kann niemals vergessen wer man ist. Vor sich selbst wegrennen hat keinen Sinn. Egal wo man auch ist, oder wohin man geht, man ist schon da. 
Ich ertrage mich selbst nicht und ertrage zur Zeit auch andere nur schwer. Es fällt mir schwer, länger in der Gesellschaft anderer zu sein. Aber sobald ich allein bin, bin ich allein mit mir selbst und das halte ich auch nicht aus. Diese Unzufriedenheit, diese Leere, die Dunkelheit, all das was in mir ist. Ich will verschwinden, vollständig verschwinden. Ich will einfach nur weg sein, als hätte es mich nie gegeben. 
Man merkt es mir normalerweise nicht so leicht an, aber ich versuche nach Außen irgendwie Normalität vorzuspielen, die es in meinem Leben nicht gibt. Ich versuche mich der Situation anzupassen: Mir geht es nicht gut, aber naja, mach ich einfach das beste daraus, es gibt Menschen die sind viel schlimmer dran als ich. Ich versuche zu wirken, als wäre ich noch ganz und nicht kaputt. 
Aber ich weis einfach nicht weiter, tief in mir ist diese Gewissheit, die ich einfach nicht wahrhaben will: Egal wohin ich auch gehe, welchen Weg ich für mich wähle, es gibt keine Gewissheit dass es irgendwann wirklich besser werden wird. Dass es mir irgendwann wirklich besser gehen wird, ich zumindest annähernd irgendwie ein bisschen glücklich sein kann. Es ist nicht unbedingt die Hoffnung, die am Ende eines Weges auf einen wartet. Das wollen die meisten nur irgendwie nicht wahrhaben. Alle klammern sich immer nur an ihre Hoffnung, ich bin da nicht anders. Wie ein ertrinkender in stürmischer See. Wenn man nichts hat außer einem Strohhalm, woran soll man sich dann sonst festhalten? Wenn niemand da ist, der einen aus dem tiefen dunklen Meer zieht.

Verloren im Wind

Nach einem furchtbar heißen Tag in meinem Zimmer sitzend, lustlos und immer noch schwach auf den Beinen, in einem Buch lesend, aber die Wörter und Sätze sich zu keinerlei Sinn vereinigend, immer und immer wieder die selbe Stelle lesen, bis es mir irgendwann auffällt, dass es vergebliche Müh ist und ich heute ja doch nichts mehr begreife. Dann, kurz darauf, kommt plötzlich starker Wind auf, Sturm fast. Ich schalte das Licht aus, gehe zum Fenster und mache es auf. Der Wind weht mir entgegen, durch meine Haare, und ich sehe hinaus. Die Umrisse der Bäume, die in der Dunkelheit schemenhaft zu erahnen sind, die Äste die hin und her geschüttelt werden. Ich stehe am offenen Fenster, nur in einem Sommerkleid, und sehe hinaus. Es dauert nicht lang und schon erhellt der erste Blitz für ein paar Sekunden die Nacht. Ich weis nicht warum, aber Gewitter faszinieren mich. Sehr.
Ich hatte plötzlich sehr seltsame Gedanken. Dass der Wind mich einfach forttragen würde, wenn ich mich nach draußen fallen lasse, dass er mich auffangen würde und ich fliegen könnte ohne selbst zu fliegen. Denn selbst fliegen kann ich nicht. Dass ich zum Fenster hinausschweben könnte und meinen Körper und mein ganzes Leben einfach so zurücklassen könnte und nicht mehr ich sein müsse, sondern jemand anders sein könnte, falls der Wind mich irgendwo hinbringt, ich irgendwo ankomme. Wenn nicht, dann dauert die Reise ewig und endet nie, ich bin nicht mehr als ein Geist, auf der Suche nach etwas was ich nicht erreichen kann, und für das ich alles zurückgelassen habe, weil es nicht wert war dafür zu bleiben. Verloren im Wind. Formlos und flüchtig, nicht greifbar, nur ein Schatten, ein Geist.
Ich weis nicht, woher diese Gedanken und Stimmen plötzlich kamen, vielleicht Hallus wegen zu viel Schlafmangel, oder weil mein Kreislauf heute vollkommen im Eimer ist, keine Ahnung. Ich hatte irgendwie das Gefühl eine leise Stimme zu hören, von draußen, fast übertönt vom Wind, nicht zu verstehen. Aber da war niemand, ganz sicher nicht. Niemand, der echt ist.
Die Regentropfen rissen mich aus meinen Gedanken. Kalt fühlen sie sich an auf meiner Haut, wie kleine Nadelstiche. Als es richtig zu schütten anfängt, machte ich das Fenster zu.
Ich weis nicht, woher solch seltsame Gedanken kommen, und wohin sie gehen, wenn sie wieder aus meinem Kopf verschwinden. Lösen sie sich einfach in Luft auf, oder schweben sie aus mir heraus, um sich in anderer Leute Köpfe zu pflanzen? Irgendwie hatte ich früher einen seltsamen Gedanken, wenn ich einen Blitz am Himmel gesehen habe, und der Gedanke fällt mir gerade wieder ein: Für einen kurzen Moment wird der Himmel in zwei Teile gespalten, zerfällt irgendwie, aber eigentlich will er die Erde teilen, nur das schafft er nie. Keine Ahnung, wie ich auf so was komme. Bin ich irgendwie verrückt, oder bin ich dabei es zu werden? Der Gedanke beunruhigt mich.

Freitag, 17. August 2012

Gedankenmüll und Sinnlosigkeit

Heute ist so ein sinnloser, lustloser Tag. Wie eigentlich jeder. Aber irgendwie trotzdem schlimmer, weil ich sogar zu motivations- und energielos bin, um die Zeit irgendwie tot zu schlagen. Mir geht es nicht gut, und ich schaffe es gerade mal so, am Notebook zu sitzen, im Bett zu liegen, aus dem Fenster zu starren, wie ein Geist durchs Haus zu streifen, ohne Sinn oder Ziel Räume zu betreten und wieder zu verlassen. Mir ist schwindlig, ich habe Bauchschmerzen, ich habe keine Kraft. Meine Arme und Beine tun weh und sind so schwer. Ich glaube, ich habe Fieber. Wieder oder immer noch? Nicht einmal das weis ich. Vor drei Tagen hatte ich Fieber. War es ganz wieder weg? Ich weis es nicht.. Jedenfalls tut es gut, den heißen Kopf ans kalte Fenster zu lehnen. Die Augen zu schließen, den eigenen Atem zu hören. Irgendwie zu schnell. Mein Kopf fühlt sich an, als hätte jemand all den Gedankenmüll darin rausgekratzt und stattdessen Watte reingestopft. Ich kann mich kaum konzentrieren. Vielleicht sind meine Gedanken auch einfach nur aus dem geöffneten Fenster geschwebt und ich hatte einfach nicht die Energie hinterherzurennen und sie alle wieder einzusammeln. Habe zu absolut gar nichts lust. Viel zu wenig Schlaf. Meine Augen tun mir weh. Ich reibe sie, aber das macht es nicht besser. Mein Atem beschlägt die Scheibe.

Ich weis nicht mehr weiter. Es geht mir nicht gut, aber ich weis schon gar nicht mehr, wie es sich anders anfühlt. Ich weis gar nichts mehr. In meinem Kopf ist für nichts anderes mehr Platz als für Watte und dumme Träume. Mir ist kalt und draußen hat es dreißig Grad oder so. Ich denke und merke es fühlt sich falsch an, so viel nachzudenken. Dauernd immer und immer nur nachzudenken, unaufhörlich. Die Gedanken in mir schreien so laut, und auch wenn es um mich herum totenstill ist, weis ich nicht wirklich, wie sich Stille anfühlt. In mir ist keine, ich kenne das Gefühl irgendwie nicht. Das Gefühl, mal gar nichts zu denken. Andere Leute haben das, wenn sie schlafen. Einfach zwischen einschlafen und aufwachen gar nichts. Ich beneide sie darum. Meine Träume sind wirr, sind furchtbar, und wenn ich erwache fühle ich mich, als hätte ich gar nicht geschlafen. Auch wenn es doch ein paar Stunden waren, zwar wenige aber immerhin. Es ist keine Erholung. Ich habe viel zu viele wirre Träume; Gedankenfetzen; Alpträume. Seltsame Bilder, die an irgendetwas in meiner Erinnerung rütteln, mir irgendwie bekannt vorkommen, aber ich erinnere mich nicht, an was, ich weis nur, dass ich es nicht wissen will.
Auf Dauer ist das sehr anstrengend. Immer und immerzu irgendwelche Gedanken im Kopf haben, niemals nichts. Auch im Schlaf nicht. Niemals Stille, niemals Ruhe. Alles in mir, chaotisch, wirr, und laut. Und ich selbst bin still.

Ich will nur, dass dieser Tag irgendwie vergeht. Auch wenn ich nicht weis, wofür. Die Nacht wird nicht besser. Und der morgige Tag sicher auch nicht. Meine Oma und meine Tante werden zu besuch kommen, Grillen usw. Meine Mutter wird auf Happy Family machen, damit sie ihre Fassade aufrecht erhalten kann. Wir sind eine Familie. Haha. Ich würde darüber lachen, wenn es nicht so traurig wäre.
Ich ertrage das nur sehr schwer, bzw gar nicht. Dieses so tun als ob. Und meistens sind Familientreffen einfach nur langweilig. Und enden für mich ziemlich mies, wegen meiner Mutter.. Übermorgen wird auch wieder nur ein langweiliger Tag, voller Sinnlosigkeit und nichts tun. Und weiter denke ich nicht. Wozu auch?

Wenn ich jeden Tag meines Leben im Kalender markieren würde, schwarz für einen schlechten Tag, und das Kästchen einfach weis lassen, für einen guten. Ich glaube, das würde in einem Jahr aussehen wie ein paar weise Löcher in einem schwarzen Meer.
Ein seltsamer Gedanke, und auch ein sinnloser. Denn es gibt nicht nur schwarze und weisse Tage. An manchen Tagen passieren schöne und schlimme Dinge. An manchen Tagen geht’s einem einfach nur mies, aber trotzdem behält man irgendwas, ein kleines Detail als schön in Erinnerung. Und wenn es nur ein kurzer Moment ist, ein kleiner kurzer Moment des Friedens, Frieden von außen aber auch Frieden mit sich selbst, wenn man zb kurz nach draußen geht, sich ins Gras legt und in die Wolken starrt. Oder kurz vor einem Gewitter, im Wind steht. Oder etwas liest, das schön und unglaublig traurig zugleich ist. Oder einen jemand aufzumuntern versucht. Oder irgendwas anderes, kurze Momente, in denen man denkt, dass es doch schönes gibt, irgendwie, irgendwo.

Dienstag, 14. August 2012

Feuerblüten


Meine Welt sieht anders aus als die der meisten Menschen.  Meine Welt ist dunkler, und ich sehe all die Schattenseiten, und die Schattenseiten des Lichts. Je heller es leuchtet, umso längere und dunklere Schatten wirft es.  Ich sehe das schreckliche.  Auch das, das sich hinter schönen Dingen verbirgt. Ich sehe viel zu oft keine Farben, meine Welt malt sich grau in grau.

Ich sehe dennoch schönes, sehe Dinge die es wert sind, dass es sie gibt, auch wenn der Preis dafür all der Rest, all der Schmerz und die Tränen, die Grausamkeit und Traurigkeit, ist. Ich sehe schöne Momente in einem viel strahlenderen Licht leuchten, weil es solche Momente für mich nur sehr selten gibt, und sie dafür umso wichtiger sind, umso wärmer und heller. Ich bewahre sie in mir, wie einen wertvollen Schatz, denn sie gehen nie mehr verloren.

Wenn man sich vorstellt, dass es in der Welt eines jeden Menschen einen Garten gibt, so ist meiner dunkler als der von anderen, keine Sonne strahlt von blauem Himmel herab. Sondern Wolken verhängen den Himmel, durch sie schimmern die Sterne und der Mond. Die Erde ist trocken und tot, ein paar Schattengewächse sprießen aus der Erde.
Wo andere bunte, lebende Blumen haben, so sind meine aus Feuer. Feuerblumen, die das ewige Zwielicht der Nacht erhellen, die das schöne symbolisieren, das schöne in der Welt. Ich sehe es, es ist da, doch je näher ich ihm komme, und versuche meine Hand danach auszustrecken, so erreiche ich es dennoch nicht. Erreiche es nie. Denn das Feuer verbrennt mich. Ich kann zusehen, es ansehen, es ist schön, doch berühren kann ich es nicht. Teil davon sein kann ich nicht.

Ein Netz voller Fragen webt sich um mein kleines, menschliches Herz. Hinter meinen Augen tanzen die Gedanken einen nie enden wollenden Rhythmus, wohin ich auch gehe, wo ich stehe, sind tausende Gedanken in meinem Kopf. Sie kreisen und kreisen und halten nicht an, und kommen dennoch niemals irgendwo an. Fragen über Fragen. Ein Weg ohne Ziel. Fragen ohne Antworten. Antworten, zu denen keine Fragen passen. Antworten auf Fragen die ich niemals stellen, niemals wissen wollte. Das wichtige geht in das unwichtige über, und kehrt zum wichtigen zurück. Was ist wichtig? Nicht einmal das weis ich. Was ist leben? Aber noch viel wichtiger: Wie schafft man es, zu leben? 

Feuerblumen. Mondenlicht. Sternenhimmel, unter dem ich nachts sitze, wenn ich nicht schlafen kann, aus dem Fenster starre und auf eine Sternschnuppe warte. Denn auch wenn ich nicht daran glaube, dass sie mir tatsächlich einen Wunsch erfüllt, so habe ich dennoch das Bedürfnis mir etwas zu wünschen.

Samstag, 28. Juli 2012

Sommerzeit

Es ist viel zu heiß. Ich mag dieses Wetter nicht. Kreislaufprobleme, schlimmer als sonst. Also nur zuhause rum sitzen, im Bett liegen, nichts tun und vom nichts tun so erschöpft sein, dass ich beinahe das Bewusstsein verliere. Keine Motivation, keine Energie, für gar nichts.
Ich wünsche mir dass der Sommer vorbei geht. Aber wünsche ich mir wirklich, dass es Winter wird? Nein, ich glaube nicht. Ich wünsche mir gar nichts. Außer, dass es anders sein soll als es ist. Aber wie, weis ich nicht. Ich habe irgendwie meine Wünsche verloren, beziehungsweise sie haben sich alle in Illusionen aufgelöst und sind verschwunden wie Seifenblasen, die zunächst in allen Regenbogenfarben schillernd in die Lüfte zu den Wolken steigen, dann jedoch ohne Vorwarnung einfach zerplatzen und verschwunden sind als hätte es sie nie gegeben.
Dieses Fehlen von konkreten auf die Wirklichkeit bezogene Wünsche, anstatt nur unerfüllbare Träume wie ich sie habe, stellt irgendwie eine Lücke in meinem Leben dar, eine weitere Leere in mir, da mir dadurch auch jegliche Zukunftspläne und Wege und Möglichkeiten fehlen.
Ich bin ein Mädchen, das gefangen ist zwischen der Gegenwart und einer anderen Wirklichkeit, stets verfolgt vom schwarzen Schatten der eigenen Vergangenheit, doch eine Zukunft ist irgendwie unerreichbar für mich. So fühlt es sich an. Als gäbe es zwar tausende Wege auf dieser Erde, aber nicht einen davon für mich, nicht einen den ich gehen kann.
Tage wie diese verstreichen in stummer Depression. Ich bin zu müde, zu erschöpft, zu kaputt, zu schlaflos, zu traurig, zu leer, zu sehr voller Angst. In meinen Gedanken gehe ich durch die Hölle, in der Realität kaum einmal vor die Tür.
Ich sehe die Zeit vorbei gehen. Langsam und zäh kriecht sie über den Boden, durch das geöffnete Fenster über Wiesen und Felder und staubige Straßen. Sie kann nicht mehr zu den Wolken fliegen, kann nicht leicht und hell über das unendliche Blau an den Horizont segeln. Stattdessen bleibt sie zu lange in der Gegenwart kleben.
Es wirkt, als würde der Sommer die Zeit festhalten wollen. Ich weis, dass das ein irrationaler Gedanke ist, der meinem kranken Gehirn entspringt. Aber so wirkt es nun mal auf mich. In meiner Erinnerung ist das letzte halbe Jahr so verschwommen, so kurz. An Silvester erinnere ich mich als einen wirklich schönen Tag. Und die Wochen, vielleicht Monate davor verschwimmen auch in einem Strudel sich aufsaugender Zeit. Im  Gegensatz dazu scheint sich der Sommer so ewig zu dehnen, sich wie Kaugummi in die Länge zu ziehen.

Ich habe irgendwie kein richtiges Zeitgefühl. Wochen, Monate. Oder nur Tage. Kurz. Lang. Zu lang. Alles verschwommen, irgendwie.

Doch der Sommer hat trotzdem schöne Seiten. Wie alles im Leben, das wenigste ist nur positiv oder nur negativ allein. Das hier ist ein See, der hier in der Nähe liegt, vor zwei oder drei Tagen war ich mit dem Fahrrad dort.

Samstag, 21. Juli 2012

graue Julitage

Ein sinnloser Tag. Heute. Und gestern. Der Tag vergeht, irgendwie. Mit nichts tun. Mit sinnlos aus dem Fenster starren. Mit erschöpft im Bett liegen und zu gar nichts fähig sein.
So mag ich meine Freizeit nicht verbringen. Ich würde gerne irgendetwas tun. Malen. Zeichnen. Gitarre üben. Lesen. Geschichten schreiben. Irgendwas. Aber ich bringe weder die Motivation noch die Energie dafür auf. So bestehen meine Tage also in letzter Zeit hauptsächlich damit, erschöpft im Bett zu liegen oder depressiv vor mich hin zu starren und zu viel nachzudenken.
Gedanken, die in meinem Kopf Karussell fahren. Die sich immer und immer wieder um die selben Dinge drehen, die sich im Kreis drehen. Das führt doch alles zu nichts..
Meine Nächte sind furchtbar. Nicht einschlafen können, aber zu müde und fertig um sich überhaupt noch bewegen zu können. Stundenlang durch wirre Halbschlafträume gleiten. Aus schlimmen Träumen erwachen. Aber meine Tage sind nicht besser...

Draußen regnet es aus grauen Wolkenhimmeln. Es ist Juli. Aber es ist nicht Sommer. Und es ist mir so was von egal.
Ich mag Sonnenuntergänge, und ich mag Wolkenverhangene Himmel. Ich mag allgemein bunt gefärbte Horizonte, aber auch Regenwolken die sich am Himmel auftürmen. Ich finde das faszinierend. Jeder Anblick ist einmalig und wird es so nie wieder geben. Manchmal wenn ich es besonders schön finde, mache ich Fotos davon. Hier ein paar:




Sind nur so Fotos von mir, mit meiner Kamera gemacht.
Das einzige was ich heute auf die Reihe bekommen habe, ist meinen Kleiderschrank fertig aufzuräumen, was ich gestern zwar angefangen, aber nicht fertig gemacht hatte. Aber den Rest des Zimmers müsste ich eigentlich auch aufräumen, so wie es hier aussieht..Aber ich frage mich, wieso aufäumen.. Ich hab einfach keine Lust. Keine Motivation.
Und ich glaube ich hab mich erkältet, vorgestern als ich bei Freunden war und wie im Garten saßen. Ich glaub ich hab Fieber. Hurra, als wär das Wochenende nicht schon blöd genug...

Montag, 2. Juli 2012

Tage und Nächte

In unruhigen Träumen ziehen die wenigen Stunden der Nacht vorbei. Die meiste Zeit weis ich gar nicht, ob ich schlafe oder wach bin. Vermutlich irgendwas dazwischen. Regentropfen fallen leise auf das Dach, gegen mein Fenster. Mein Körper tut weh. Im Traum, in Wirklichkeit? Tausend Gedanken in meinem Kopf. Tausend Ängste umklammern mein Herz.
Immer müde. Viel zu müde. Stehe auf und wünsche mir nur dass der Tag irgendwie vorbei geht. Und nachts werde ich mir wieder wünschen dass die Nacht endlich vorbeigeht. Was ist das nur für ein scheiss Leben?
Ich will nicht mehr.


Samstag, 30. Juni 2012

Warten...doch worauf?

Das Licht der Morgensonne fällt in mein Zimmer und reisst mich aus den unruhigen Träumen, in die ich im Laufe der Nacht immer mal wieder kurz hinüber gedämmert bin. Die meiste Zeit lag ich wach. Schlaflos. Unendlich müde. Zu traurig um zu weinen. Und zu fertig.
Die Tage machen mich fertig. Es ist zu heiß, zu schwül. Für jemanden mit schwachem Kreislauf, wie mich, einfach nur ein Alptraum. Ich warte dass der Tag vergeht. Schon seit Tagen. Und sie dehnen sich wie Kaugummi.
Tage ohne Anfang und ohne Ende. Ständige Kopfschmerzen und Schwindel, fast noch schlimmer als sonst. Motivationslosigkeit, keine Lust irgendetwas zu tun. Sinnlose Leere in mir, während alle anderen irgendwo am See sitzen. Ich hasse Sommer.

Ich warte. Doch ich weis nicht worauf. Dass der Tag endlich vorüber geht und sich die Nacht über der Welt ausbreitet. Dass der Sommer vergeht. Dass dieses Jahr vergeht. Dass mein Leben vergeht und anfängt. Ich könnte jetzt noch tausend Dinge nennen. Doch dann werde ich immer noch warten. Denn ich weis nicht worauf.
Als ich diesen Gedanken einmal ausprach, kam sofort die Frage: "Worauf wartest du denn?" Ich zuckte mit den Schultern. "Auf alles."
Ein verwirrter Blick. Ein fragender Blick der sich in meine Augen bohrt bis ich sie abwende. Ich bereue es, überhaupt etwas gesagt zu haben.
Denn sie hat es nicht verstanden. Niemand versteht. Kann man man mich wirklich nicht verstehen?

Leser ♥

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