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Samstag, 24. November 2012

Gefangenes Spiegelmädchen in eigenen dunklen Gedankenwelten

Ein Lächeln auf den Lippen des Mädchens, das mir aus dem Spiegel in die Augen sieht. Doch es ist kein fröhliches Lächeln. Nichts kann ich dagegen tun, gar nicht, der Selbsthass kommt in Wellen, kommt wie Wind und Sturm. Hass auf dieses Wesen, das ich bin. Dieses dumme Kind, diesen schlechten Menschen, dieses Mädchen, das irgendwo zwischen Leben und Sterben umherirrt, in einer Welt gefangen, die nur in ihrem Kopf und ihren Gedanken existiert, dieses Mädchen, das falsch ist in dieser Welt. 
Dunkle Gedanken hängen in den Wolken über meinem Kopf, senken sich auf meine Welt, nehmen mir die Luft zum atmen, lassen mich in einem Meer aus Tränen ertrinken, die ich nicht weinen kann.
Ich stehe vor dem Spiegel. Und will dieses Ding töten, das darin eingesperrt ist. Dieses Ich, das mich festhält in einer Zeit, die schon längst von der Zukunft eingeholt wurde, doch diese Zukunft gab es nie für mich. Ich stehe noch immer irgendwo in der Vergangenheit. Ich kann nicht nach vorne blicken, sondern nur zurück. Als hätte ich meine Augen auf der falschen Seite. Schatten sind Schatten der Ewigkeit. Sie lassen einen niemals los.

Zu verletzlich. Ich bin viel zu verletzlich. Ich habe keinerlei Schutz, es ist viel zu leicht mir weh zu tun. Es reicht oft schon ein Wort, eine kleine Erinnerung, eine Situation, eine Beobachtung, und schon öffnet sich in mir eine der vielen Türen in mir, hinter denen ich die dunklen Erinnerungen verschlossen halte, verdrängt. Und dann bin ich machtlos. Die Tür fliegt mit einem Knall auf, und ich habe nicht die Kraft, sie wieder zu schließen. Ich stehe da, bewegungsunfähig, während all die Gefühle und Gedanken durch mich fließen, als wäre es nie vorbei sondern geschieht in diesem Moment. Egal wie lang es auch her ist, auch wenn es viele Jahre sind, das spielt keine Rolle. Erinnerungen holen die Zeit zurück. Egal wie viel Zeit auch vergeht, es ist nie genug. Es tut weh. Immer und immer wieder aufs neue. 
Menschen verletzten andere, verletzen mich, denn jeder trägt Messer aus Worten mit sich herum, und die meisten werfen leichtfertig damit um sich, und es ist ihnen egal wenn sie damit treffen. Manchen macht es Spaß in alte Wunden zu stechen, die nie verheilt sind.

Brennende Narben zeigen mir dass ich noch lebe. Dass ich da bin, dass ich nicht nur eine Erinnerung bin, die übrig geblieben ist weil sie vergessen wurde. Ein seltsames Lächeln. Ein Mädchen, das mir so fremd erscheint. Wer oder was bin ich? Wer oder was würde ich gerne sein? Fragen, auf die es keine Antwort gibt. Wie soll ich an eine Zukunft glauben, wenn ich mich selbst irgendwann auf diesem langen Weg verloren habe? Wenn ich das verloren habe, was man zum leben braucht, sodass sich leben von überleben unterscheidet, bzw. wenn ich das niemals hatte. Wenn mir das, was andere haben, schon immer fehlt, dann ist es kein Wunder dass ich andere Menschen schon seit ich mich erinnern kann um diese Leichtigkeit beneide, diese Fröhlichkeit, die Hoffnung die sie antreibt, und das Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit. Ich habe mich immer gefragt, wie andere es schaffen zu leben ohne zu verzweifeln und sterben zu wollen. Doch andere kennen wohl diese Leere nicht, die Depression und Traurigkeit, die wie ein grauer Nebelschleier über allem hängt und der Welt de Farben entzieht. Auch wenn ich heute Dinge verstehe, die ich früher als ich klein war nicht verstanden habe, so ist es doch das selbe geblieben, es hilft mir nicht zu verstehen, da ich all das andere noch immer nicht verstehe, da ich am Leben verzweifle. Der Wunsch wirklich zu leben statt nur zu existieren ist da, doch genauso die Frage, was "richtig zu leben" eigentlich ist und wie das geht. 
Ich bin die selbe geblieben. In all den Jahren. Und ich werde wohl niemand jemand anders sein können. Wenn in meinem Kopf all die Stimmen flüstern, wenn die Gedanken über mir hereinstürzen, wenn die Dunkelheit in mir mich zu verzehren beginnt, so bin ich gefangen in meinem eigenen Kopf, eingesperrt in meinem eigenen Körper. Aus der Dunkelheit der eigenen Gedankenwelt gibt es kein entkommen. Da führt kein Weg mehr zurück, wenn man sich einmal in dieser Dunkelheit verlaufen und verloren hat.

Ich weis, dass es schlechte und etwas bessere Tage gibt. Auch wenn die besseren sehr selten sind. Und dann gibt es noch diese anderen Tage. Die gefühlsmäßig den absoluten Tiefpunkt darstellen. 
Das was ich habe, kann man nicht Leben nennen. Es ist langsames Sterben, das sich ein Leben lang hinzieht. Auch wenn es ein recht kurzes Leben ist, so kommt es mir selbst vor wie eine Ewigkeit. Viel zu lang.

Ich bin allein und voller Ängste, die die Dunkelheit nur weiter nähren. Ich will weinen, doch ich kann es nicht. Ich sitze da und starre ins Leere, starre hinaus in die Welt, doch ich sehe sie nicht. Mein Blick ist nach innen gekehrt, ich sehe ganze Welten, die sonst keiner sieht. 
Ich habe Angst. Angst vor den Träumen. Angst vor den Erinnerungen und Gedanken. Angst davor einzuschlafen. Angst, am nächsten Morgen wieder zu erwachen.

Meine Tage versinken in Sinnlosigkeit, gehen irgendwo im Strom der Zeit unter. Ich bin so teilnahmslos, alles zieht einfach nur vorüber. Als wäre mein Leben nur eine Zugfahrt. Und keine bei der es sich lohnt auch nur aus dem Fenster zu sehen. 

Ich fühle mich allein. Allein mit all den Gedanken in mir, die auch Gesellschaft nicht vertreiben kann. Diese Art von Einsamkeit, die dem Gefühl von Kälte gleicht, die sich im eigenen Körper eingenistet hat, und einen Wärme von außen nicht länger spüren lässt.

Ich weis nicht mehr weiter. Weis nicht was ich noch tun soll. Fühle mich, als würde ich am Abgrund stehen kurz vor dem Fall, oder schon einen Schritt weiter, ohne es bereits registriert zu haben.

Sonntag, 12. August 2012

Gefangene meiner eigenen Ängste und Gedanken


So viele Ängste, die mein Leben beherrschen, mich beherrschen. Finstere Gedanken, die in mir wohnen, Ängste die sich in mein Herz krallen und mir das Atmen schwer machen. Ich habe viel zu viele davon, schon mein ganzes Leben lang, so viel mehr als andere Menschen, so viel stärker und intensiver irgendwie. Ich lebe damit weil ich damit leben muss, aber ich sage nicht, dass ich damit leben kann. Denn ich kann es nicht, es ist so schwer. Viel zu viel Angst, vor viel zu vielen Dingen, viel zu vielen Erinnerungen, viel zu vielen Vorstellungen und Ängsten, eine Alptraumwelt in meinem Kopf, in meinen Gedanken, die mich regelmäßig durch die Hölle führt. In meinem Kopf, ich bin eine Gefangene in meinem eigenen Kopf. Ein Käfig, zwar mit Schloss, doch ohne Schlüssel, und unsichtbare eiserne Ketten, all meine Ängste, die mich so fest halten, an mir zerren und mir weh tun, dass ich nicht frei kommen kann, mich nicht einmal bewegen kann, nicht rufen kann, auch wenn ich es möchte, nur weinen kann.

Ich bin wie ein gefangener Schmetterling, wenn ich hilflos mit den Flügeln schlage komme ich nicht frei. Die Ketten, die mich halten, sind so schwer, und ich selbst bin so hilflos und schwach. Ich wünsche mir Stärke, wünsche mir stark genug zu sein, um mit dem Leben klar zu kommen und mit mir selbst. Stark genug um die Ketten meiner Ängste, das Gefängnis, das in meinem Kopf, meinen Gedanken existiert, endlich zu verlassen.  Und eine Welt zu sehen, die schön sein kann, in der es schönes gibt, und mich keine Ängste und Zweifel und schlimmen Dinge und Erinnerungen daran hindern, auch Teil davon zu sein. Ich will aus dem Schatten, in dem ich lebe, hinaustreten ins Licht. Und die Sonnenstrahlen auf der Haut spüren, und sehen, sie verbrennen mich nicht.

Ich bin auf der Suche, doch was ich suche, das weis ich nicht. Ich weis nicht, ob ich es jemals wirklich wusste, doch ich habe aufgegeben nach der Antwort zu suchen. Ich bin wie eine ruhelose Wanderin im Nebelmeer, die nichts sehen kann, keinen Weg, keinen Sinn, kein zurück, kein wohin.

Menschliche Wünsche und Träume sind so zahlreich und bedeutungslos wie die Sterne in dunkler Nacht, und dennoch zaubern sie kleine Lichtpunkte in die Finsternis, und erlangen dadurch eine Bedeutung, deren Ausmaß über jede Logik und vom Verstand erfassbare Vernunft hinausgeht.

Mein Leben ist voller Leere, vor mir und hinter mir liegt nur eine leere Winterwüstenwelt. Vielleicht werde ich auch weiterhin verloren sein, aber ich werde dennoch weitergehen, werde versuchen irgendwie von meinen Ängsten frei zu kommen, irgendwie damit leben zu lernen, werde der sanften und zarten Melodie folgen, die in mir erwacht ist, und leise erklingt.

Die Dunkelheit wird vielleicht irgendwann schwächer, sie durchdringen zarte Strahlen von Licht. Auch wenn ich meinen Weg noch nicht sehen kann, so werde ich dennoch weiter voran schreiten, versuchen die Vergangenheit hinter mir zu lassen, die zwar dennoch bei jedem Schritt wie ein Schatten bei mir bleibt, und trotz aller vergangenen und nie verheilten Wunden ein kleines Licht im Herzen tragen, das Hoffnung heißt und mir den Weg durch die Finsternis weist.

Mittwoch, 8. August 2012

Intelligenz.

Ich habe zwei Blogawards erhalten, von Thinking-off_ und von Vanessa. Vielen lieben Dank dafür. :)


*** 

Heute. Ein Tag, der so unscheinbar anfing. Ein typischer Ferientag, den ganzen Vormittag im Bett liegen, nachdem ich wieder so gut wie nicht schlafen konnte in der Nacht. Zitternd, frierend, weil das Fenster noch offen steht das ich in der Nacht nach dem Lüften vergessen habe wieder zu schließen. ein Geräusch weckt mich aus meinem Halbschlaf, seltsame wirre Träume, ganze Labyrinthe und Welten durch die ich in meinem Kopf geistere, doch sie alle sind dunkel und voller Erinnerungsfetzen und Gedankenstücke, an die ich mich nicht erinnern will. Irgendwann quäle ich mich aus dem Bett, mit dem Gedanken dass ich ja nicht den ganzen Tag dort verbringen kann, auch wenn ich das gerne würde. Wenn ich schlafen könnte würde ich am liebsten mein Leben verschlafen. Wochen und Jahre schlafen und nie mehr aufwachen. Nur leider kann ich nicht wirklich schlafen und habe auch irgendwie Angst vor den Träumen, Angst vor dem, was zum Vorschein kommt wenn ich träume. Schlafen ist für mich nicht erholsam. Ich fühle mich so müde, kaputt und schwach wenn ich aufwache wie zu dem Moment in dem ich mich hingelegt habe. Das ist nicht normal, ich weis. Aber ich kenn es schon gar nicht mehr anders..

Die Tage ziehen in Sinnlosigkeit vorbei, ertrinken darin, als wäre die Unendlichkeit ein Meer aus Dunkelheit und Zeit. Aufstehen. Wofür? Sonnenaufgang, Sonnenuntergang. Ist da wirklich etwas dazwischen? Es kommt mir nicht mehr so vor. In der Küche bin ich meiner Mutter begegnet. Wir hatten ein Gespräch. Ja, ein wirkliches Gespräch, keinen Streit, zumindest zunächst nicht. Wir haben miteinander geredet, bzw. sie hat auf mich eingeredet. Zunächst ging es allgemein um mich und wie schlimm ich doch bin (das selbe Thema wie immer halt^^) und um früher, um Vorwürfe die mir gemacht wurden, Dinge die sie mir ins Gesicht gesagt hat, die einfach nicht wahr sind, sie aber für Wahrheiten hält, und einfach nicht zuhören, nicht verstehen will wenn ich etwas sage. Die ganz normalen Themen eben. Wie immer. Es ging auch wieder um die Zukunft, die sie sich für mich scheinbar schon komplett ausgedacht hat. Doch ich will das nicht, will nicht mein Leben nach ihren Vorstellungen leben. Ich hab genug davon eine Marionette zu sein, an deren Fäden zu viele Leute gleichzeitig zu stark in viel zu viele verschiedene Richtungen ziehen. 
Aber es kam nicht wirklich zum Streit, denn kurz bevor es dazu kam hat sie etwas gesagt, dass sie zuvor noch nie gesagt hat. Dass ich aus meiner Zukunft etwas machen muss, weil ich überdurchschnittlich intelligent bin. Ich erstmal: hä? Wahrscheinlich mit einem Gesicht voller Fragezeichen, weil mir ja sonst so oft vorgeworfen wird wie dumm ich bin. 
Und dann fängt sie an zu erzählen. Von ganz früher. Als ich klein war, und die Ärzte gemerkt haben dass ich irgendwie anders bin, dass ich für mein Alter verhältnismäßig teilweise echt extrem intelligent bin, und die das teilweise sogar verwundert hat. Dass die Lehrerin in der Grundschule (Grundschulzeit war die Hölle für mich), so 2. oder 3. Klasse, zu meinen Eltern gesagt hat sie sollen doch mal einen Intelligenztest an mir machen machen lassen. Weil ich so extrem anders bin, klug bin, usw...
Und ich saß da, starr meine Mutter nur an, und die einzige Frage in meinem Kopf in diesem Moment, als sie mir das erzählt: WARUM hat sie mir das zuvor nie erzählt? WARUM weis ich davon nichts? WARUM erzählt sie es mir jetzt, so viele Jahre später, wo es sowieso nichts mehr ändern würde?
Das hat mich so durcheinander gebracht, das zu hören. Ich halte mich selbst nicht für intelligent, im Gegenteil. Ich bin manchmal so verdammt dumm, das ist nicht mehr schön. Für die einfachsten Dinge zu dumm, irgendwie. Aber irgendwie hat das in mir etwas ausgelöst, das jetzt von ihr zu hören. So viele Jahre später, es nebenbei erwähnt während sie mir Vorwürfe macht und am Spülbecken steht und mit einem nassen Tuch eine Pfanne sauber wischt. 
Ich hab nur eine einzige Frage raus bekommen: WARUM hast du den Test nicht machen lassen?
Die einzige Antwort, die ich bekommen habe, was ein Schulterzucken. Aber ich hab nicht nachgelassen, hab so lange nachgebohrt bis ich eine Antwort bekommen hatte. Die nicht sonderlich hilfreich war: "Weil wir dachten dass es nötig ist. Dass du klug bist war uns ja auch ohne Test klar. Also wofür?"
In dem Moment hätte ich am liebsten meinen Kopf gegen die Wand geschlagen. Das ist der Grund? DAS? Ich weis nicht, vielleicht reagier ich da gerade ein bisschen über, weil das ganze eben erst passiert ist, aber in meinem Kopf ist ein Wirrwarr den ich gerade einfach nicht ordnen kann. Wenn das stimmt, wenn das wirklich rausgekommen wäre bei dem Test ( und mir ist durchaus bewusst, dass die Wahrscheinlichkeit dafür gar nicht so hoch ist, dass es vermutlich sowieso nicht rausgekommen wäre, was ich aber nun niemals erfahren werde, was wirklich rausgekommen wäre), dann hätte das so viel verändert. Hätte meine Vergangenheit verändert, mein Leben. Ob zum besseren weis ich nicht, eine Garantie dafür gibts ja nicht, aber es hätte definitiv etwas geändert, und so schlimm wie es jetzt ist, ist mein Leben ja wirklich nichts tolles. Es hätte besser laufen können, defintiv. Viel besser. Meine Vergangenheit hätte sich komplett anders gestalten können, meine Entwicklung wäre anders gewesen. Das vor allem. Und darauf kommt es an, so wie ich jetzt bin, bin ich nämlich irgendwo in der Vergangenheit hängen geblieben, irgendwo zwischen Gegenwart und Vergangenheit, in einem Niemandsland verlorener Träume und verlorener Zeit, verlorenen Lebens. 
Ich weis, dass diese "Was wäre wenn"- Fragen zu gar nichts führen. Ich werde nie wissen, was anders gewesen wäre. Aber ich wäre vielleicht auf eine andere Schule gekommen, hätte die Chance gehabt da richtig zu leben, neu anzufangen, denn die Grundschulzeit war wirklich die Hölle. Aber so viel besser war es vorher oder nacher auch nicht. 
Versteht das jetzt nicht falsch. Intelligenz ist mir nicht wichtig. Ich halte mich nicht für intelligent und weis auch dass ich es nicht wirklich bin. Nicht in Bereichen die einem etwas nützen. Aber auch wenn die ganze Sache jetzt im Nachhinein natürlich rein gar nichts mehr ändert, so würde es doch einiges erklären, es zu wissen. Warum ich bin, wie ich bin. All die vielen Gedanken, die ich früher schon hatte, und die mir damals so sehr Angst gemacht haben. Dass ich Dinge verstanden habe, die die meisten anderen und andere Kinder in meinem Alter schon gar nicht, nicht verstanden habe. Mir hat das Angst gemacht und ich konnte mit niemandem darüber reden. Und das wäre eine Erklärung dafür, zumindest teilweise, irgendwie. Warum ich schon immer so..anders..war. Aber ich bin dumm, so dumm, denn ich hab mich selbst dafür gehasst. Dass ich es nicht geschafft habe so zu sein wie alle, auch wenn ich es versucht habe. Da sind so viele Momente, so viele teilweise kleine Momente, nur Funken in meiner Erinnerung, die irgendwo im Dunkeln treiben, und wofür das nun mal wirklich eine Erklärung war. Und warum ich früher immer alles selbst machen musste, mir immer gesagt wurde, dass ich es selbst kann, ich deswegen angeschrien wurde, weil ich ein Kind sein wollte wie alle, wie mein Bruder, dem die Eltern helfen und Dinge tun. Doch ich war kein Kind, war sogesehen irgendwie schon erwachsen, weil ich es selbst tun musste. Während mein Bruder wie ein Kind behandelt wurde und ich so neidisch auf ihn war, mein halbes Leben lang neidisch auf ihn war, so intensiv und extrem wie auf niemanden anders in meinem Leben. Und ich hab mich selbst gehasst, weil ich alles selbst machen musste und so dumm war die anderen merken zu lassen dass ich es kann. Im Nachhinein blöd stellen bringt nichts mehr. Ich hab es versucht. Ich hab mir gewünscht nichts selbst zu können. Von meinen Eltern auch mal ins Bett getragen und zugedeckt zu werden, wie sie es bei meinem Bruder gemacht haben, und da dann eine Geschichte vorgelesen zu bekommen. Aber ich konnte ja schon viel zu gut selber lesen, richtige Bücher schon.. und den Unterschied, zwischen vorgelesen bekommen, was irgendwie jedes Kind bekommt wenn es klein ist außer mir, und selber lesen haben meine Eltern nie verstanden. Es geht nicht um die Geschichte. Es geht um Wärme, um Zuneigung, darum dass sich jemand um einen kümmert, dass man jemandem wichtig ist, dass jemand lieb zu einem ist, einen bemerkt und wahrnimmt und gern hat, das jemand da ist und auf einen aufpasst, und man seine Zeit mit einander verbringt..das ist Familie, zumindest die Vorstellung die ich von Familie hab... denn ich selbst kenne es nicht. Ich weis nicht, was Familie ist. Was das Wort wirklich bedeutet. Denn ich habe keine Familie, nur auf dem Papier habe ich eine, nicht in der Realität...
Es geht mir nur darum, dass ich verstehen möchte. Mich, mein Leben, alles. Es geht mir nicht darum, dass ich unbedingt intelligent sein will. Das ist mir nämlich egal. Und ob man nun eine Bescheinigung darüber hat, ob man klug ist oder nicht, und wie klug man ist, ist mir auch egal. Ich finde nicht, dass sich Intelligenz wirklich messen lässt. Ich finde auch nicht, dass Noten in der Schule etwas darüber aussagen ob man nun klug ist oder nicht. Alles was ich möchte ist verstehen. Ich möchte das Puzzle zusammensetzen aus dem mein Leben besteht. Möchte zumindest einige der Teile an ihren richtigen Platz einfügen und somit etwas mehr verstehen können. Warum ich bin wie ich bin. Es ist nicht allein eine schwierige und nicht schöne Vergangenheit, die einen zu dem macht, was man ist. Es ist auch nicht nur die Gesellschaft, die Umgebung, das Umfeld, das uns zu dem macht, was wir sind. Da ist noch ein Teil mehr, etwas das in unseren Köpfen steckt, von Anfang an. Und genau dieser Teil ist am schwierigsten zu verstehen. Wenn man von Anfang an schon anders war, als die schlimmen Dinge gerade erst anfingen zu passieren, dann ist das irgendwie eine riesige, schwarze Lücke im Puzzle, ein wichtiger Teil, der uns einfach fehlt, um das Ganze überhaupt verstehen zu können.
Ich will gar nicht intelligent sein. Denn irgendwie macht es mir Angst, vor allem weil ich eben so dumm bin. In vielen Situationen so dumm, dass ich im Nachhinein einfach nur resigniert den Kopf darüber schütteln kann. Viele Menschen halten mich für dumm, vor allem viele die mich kaum kennen bzw die ich zum ersten Mal sehe. Ich gebe einfach nichts von mir preis, irgendwie. Ich bin still und schüchtern und klein und sehe aus wie ein jahre jüngeres Kind. Manchmal gefällt es mir, dass die Menschen einen vollkommen falschen Eindruck von mir bekommen. Manchmal gefällt es mir gar nicht, dass sie mich nicht ernst nehmen. Das variiert von Situation zu Situation, und das ist so teil meiner Identität geworden, dass ich selbst nicht mehr weis, was davon eigentlich stimmt oder nicht stimmt.
Ich verstehe wirklich nicht, warum meine Mutter das nicht hat testen lassen. Warum sie es gar nicht wissen wollte. Weil ich ihr so egal bin? Weil ich eben einfach nur da bin, so wie das Inventar des Hauses, ich gehör dazu weil ich einfach nur da bin, aber mehr bin ich nicht. Ich war nie gut genug für irgendwas. Ich war nie gut genug, dass man sich näher mit mir beschäftigt und realisiert, dass man ein Kind hat. Im Grunde bin ich ein sprechendes Möbelstück, so hab ich mich früher so oft gefühlt, als ich klein war. Und im Schrank saß wenn ich Angst hatte. Aber die Angst ist so tief in mir, so teil von mir, dass ich mich davor weder verstecken noch weglaufen noch sie verdrängen kann. Ich habe so viele Jahre gebraucht um das zu erkennen. Noch ein Zeichen dafür, dass ich absolut dumm bin. 

Alles was ich jetzt gerade bin ist: verwirrt und müde. Ich weis nicht, was ich denken soll, die Gedanken fahren in meinem Kopf Achterbahn, und ich kann sie nicht abschalten. In mir laufen unzählige "Was-wäre-wenn" Szenarien ab, wie mein Leben vielleicht hätte besser verlaufen können, während ich zugleich weis dass es absolut sinnlos ist darüber überhaupt nachzudenken. Es bringt nun mal einfach nichts. Es bringt absolut nichts. Und ich denke mal ich bewerte das grad über, vielleicht ist es einfach nur wirklich Unsinn. Und ich schreib gerade einen halben Roman über diesen Unsinn, weil meine Gedanken gerade darum kreisen und ich einfach nicht weis was ich denken, wie ich meine Gedanken ordnen soll. Unsinn, der sowieso niemanden interessiert, tut mir Leid, dass mein Gehirn gerade nichts sinnvolles zustande bringt.
Ich weis es nicht, weil ich gar nichts mehr weis. Ich will einfach nur schlafen. Ich will schlafen und nicht mehr aufwachen müssen. 

Donnerstag, 12. April 2012

~ What can you see 
in my eyes?
Where everything lies
what you never
will see, never will
feel, never will 
understand?
Am I a mystery
to you,
like the girl I see
everyday in the mirror
is to me? ~



Was bin ich? Was bin ich geworden und wer bin ich früher gewesen?
Was ist falsch an mir? Warum war ich schon immer falsch? habe immer alles falsch gemacht, konnte nie etwas richtig machen, war nie gut genug, für nichts und niemanden..
Warum bin ich jemand, dem nur dann Zuneigung zuteil wurde, wenn ich getan habe was andere von mir erwartet haben, wenn ich versucht habe den Anforderungen der anderen irgendwie gerecht zu werden. Zuneigung als Belohnung. So war das Zuhause bei meinen Eltern schon immer. Für gute Noten zum Beispiel. Ansonsten war und bin ich Luft, unsichtbar. Außer es gibt Ärger, außer ich genüge euren Anforderungen nicht. Dann Ärger. Und nie endender Streit. Seit ich aufgehört habe, zu versuchen es euch recht zu machen. Seit ich ich bin. Und nicht mehr versuche die Wunschvorstellung eines Kindes zu verkörpern das ihr gerne hättet aber in mir nicht habt und auch niemals haben könnt. Denn ich war nie gut genug. 
Zu viele Schreie. Zu viele Tränen. Zu viel nie endender Streit. 
Zu viel Schuld. Schuld an allem, die immer und immer bei mir liegt. Für euch bin ich an allem Schuld. Ich mache euch krank. Ich bin krank. Ich bin euer Problem. Ich bin schuld daran, dass ihr kein schönes Leben habt.
Doch nicht nur Zuhause, auch in der Schule und überall anders war ich nie gut genug für irgendetwas oder irgendwen. 
Ich weis nicht, warum. Aber ich habe es nicht verdient. Das ist die einzige Erklärung. Ich habe keine Zuneigung verdient, habe nicht verdient dass mich jemand mag, einfach weil ich ich bin, so wie ich bin. 
Ich bin das geworden, was ich eben heute bin. Ein Mädchen, das zu viel allein gelassen wurde, das zu viel geweint hat, das im Laufe der Jahre in tausende Scherben zerbrochen ist die nie mehr ganz werden können...
Ich habe einfach keine Hoffnung mehr. Die ist mir verloren gegangen im Lauf der Jahre, wie so vieles andere auch.

Dienstag, 21. Februar 2012

Wenn alles zerbricht...

Warum bin ich so dumm?
Ich lebe hinter einem Schleier, einer Mauer die ich um mich herum aufgebaut habe um mich zumindest ein bisschen zu schützen, vor der Welt und den Menschen, die mir viel zu oft viel zu sehr weh getan haben.
Ich erzähle so gut wie nichts mehr über mich, verstecke all die Gefühle und Gedanken in mir selbst und versuche zu lächeln. Es ist ein zerbrechliches und trauriges Lächeln, das niemanden davon überzaugen kann dass es mir wirklich gut geht, aber es hält die Menschen davon ab weiter zu fragen. Oder vielleicht fragen sie nicht, weil es sie nicht interessiert...Jeder hat irgendwo Probleme und wünscht sich ein schönes Leben, warum sollte sich also irgendjemand für die Probleme eines Mädchens interessieren, dem es schon so mies geht, dass es andere vermutlich noch mit runter zieht...Ich verstehe das, ich mache den Menschen keinen Vorwurf für ihren Egoismus...

Wenn man zu viel über sich preis gibt wird einem nur noch mehr weh getan. Das habe ich in meinem Leben gelernt. Alles was man sagt kann von den falschen Leuten gegen einen verwendet werden. Oft war ich für manche Menschen nur gut genug solange sie niemand anderen in dem Moment hatten, mit dem sie reden oder etwas machen konnte..Ich war so froh, dass diese Menschen nett zu mir waren und hielt es für Freundschaft, bis ich dann irgendwann merkte, dass ich für sie nur eine Art Trostplaster war, gut genug solange niemand besseres da war, und dann einfach ignoriert und weggeworfen wie ein Spielzeug das kaputt ist und mit dem niemand mehr spielen will..
Und Menschen, die mich zuerst zu mögen scheinen und zu denen ich dann irgendwann nach und nach ein bisschen Vertrauen gefasst habe, die lieb zu mir waren und mir das Gefühl gaben zumindest ein bisschen etwas wert zu sein, die mich getröstet haben, die mich verstanden haben, die mich so gemocht haben wie ich bin, bei denen ich auch so sein konnte wie ich bin und Gedanken aussprechen konnte mit denen manch andere nicht umgehen konnten, die mich gehalten haben und bei denen ich mich sicher gefühlt habe,  denen ich mich langsam immer mehr geöffnet habe und so etwas wie Hoffnung gefasst habe - am Ende haben sie mich alle entweder benutzt oder einfach allein gelassen, haben mir so weh getan...

Und hassen kann ich nur mich selbst. Denn das Leben ist zwar nicht schön und ich lebe irgendwie immer an der Grenze da es mir psychisch einfach immer schlechter geht, es wird nicht besser über die Jahre ist es immer schlimmer geworden...Aber so lange man allein bleibt wird einem zumindest nicht noch mehr weh getan. Klar, allein sein ist nicht schön, aber es ist tausend mal besser als der Schmerz den ich fühle und der mich fast zerreisst wenn ich wieder einmal feststellen muss, das mein Wunsch, mein Traum von Freundschaft, das bisschen Licht das noch in mein Leben scheint und das mir Halt gegeben hat, das mir das Gefühl gegeben hat, dass alles vielleicht doch noch irgendwie besser werden könnte - dass das alles sich nur als Illusion erweist, als dumme Wunschträume eines dummen Kindes, das die Realität nicht sehen will.

Ich hasse mich dafür, jedes Mal wenn die Spiegel um mich herum, in denen sich meine Wunschträume und Illusionen tausendfach spiegeln, mit einem lauten Klirren zerspringen und es Scherben auf mich regnet. Nichts als Scherben, tausende und abertausende Scherben, ein Scherbenmeer...
Die einzige Erklärung, die ich habe ist: Ich habe es nicht anders verdient. Oder warum passiert mir das immer, warum gibt es für mich nicht einmal etwas gutes im Leben...Vielleicht bin ich einfach nicht fürs Leben gemacht. Ich bin ein Fehler, keiner will mich haben, keiner kann mich leiden. Warum bin ich also da? Das ist die Frage, und so langsam kann ich einfach nicht mehr. Ich will nicht mehr da sein, ich will mich in einen Schatten verwandeln, in einen Geist, in eine Tote die tatsächlich tot ist und nicht wie ein Zombie untot zwischen den Lebenden wandelt...Ich will einfach nur dass es vorbei ist.

In mir drin ist nur Leere und Dunkelheit und Traurigkeit. Und um mich herum wird die Dunkelheit auch immer dichter.
Vielleicht sollte ich den Menschen dankbar sein, die mir das alles antun. Und es teilweise nicht einmal merken, weil sie es nicht merken wollen oder warum auch immer. Je weiter sie mich in die Dunkelheit stoßen, desto schneller wird es vorbei sein. Desto schneller kann ich gehen. Denn so langsam bin ich wirklich an der Grenze angelangt. Klar, das kann man oft sagen, und das habe ich auch schon oft gesagt: Schlimmer kann es einfach nicht mehr werden. Und trotzdem ist es schlimmer geworden, jedes Mal, immer mehr...Aber irgendwann ist die Grenze erreicht, irgendwann kann man einfach nichts mehr ertragen..

Warum bin ich so dumm? Warum klammere ich mich an das letzte Stückchen Hoffnung? Wenn mich das dann nur noch viel mehr verletzt als es die Einsamkeit und das Alleinsein je könnte?
Zuerst habe ich geweint und als ich nicht mehr weinen konnte habe ich vorhin die Rasierklinge genommen und geschnitten...Vier lange neue Schnitte...mir geht es nicht besser, mein Arm tut weh...Und in mir drin tut auch alles weh...

Leser ♥

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