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Mittwoch, 26. Dezember 2012

What will last and what will fade away?

Ich bin hier und nicht zuhause, und ich bin mehr als nur froh darum. Ich habe es gar nicht verdient, dass jemand so lieb zu mir ist, und trotzdem ist das jemand. Und ich merke in letzter Zeit mehr denn je, wie kaputt ich bin, und vor allem wie kaputt und krank mein Körper ist. 
Die Nächte sind der Horror, Bauchkrämpfe und Schmerzen am ganzen Körper, ein Herz das wehtut, mal zu schnell und mal zu langsam schlägt. Und ich finde einfach keinen Schlaf. Mein Körper quält mich mit Schmerzen, mein Verstand quält mich mit all den Gedanken, die niemals still stehen.

Letzte Nacht als es mir nicht gut ging hielt mich mein Bruder, und schüttelt mich auf einmal panisch und ruft meinen Namen. "Weiteratmen! Du musst weiteratmen!" Ein verwirrter Blick meinerseits, die Erklärung seinerseits: Meine Atmung hat scheinbar kurz ausgesetzt. Ich weis nicht, was mit meinem Körper nicht stimmt, aber ich weis dass etwas nicht stimmt. Etwas ganz und gar nicht stimmt. Ich weis nicht, ob mir das nun Angst machen sollte oder nicht, ich fühle gar nichts. Nicht meinetwegen. Aber es gibt etwas, das mich sehr traurig machen würde: Wenn jemand um mich weint. All die Jahre hatte ich keine Hoffnung, hatte und wollte keine Zukunft, für mich gab es die irgendwie nicht, weil ich nichts als negative Dinge kannte. Und nun, da mir jemand die Hoffnung auf eine Zukunft geschenkt hat, weis ich nicht ob ich sie wirklich haben werde. Wie lang ich sie haben werde. 
"Ich hab Angst, dass du einschläfst und nie wieder aufwachst." Dieser Satz geht mir nicht aus dem Kopf. Den ganzen Tag schon nicht. 
Wahrscheinlich ist das alles absolut harmlos und ich mache mir nur unnötig Gedanken. 

Noch nie zuvor hat mir jemand eine Geschichte erzählt, eine Geschichte für mich erfunden und erzählt. In der Nacht bekam ich eine zu hören. Wenn ich noch weinen könnte, dann hätte ich geweint und erst irgendwann wieder aufgehört. Weil mich das so berührt hat in diesem Moment. Eine Geschichte, viel zu schön und zu traurig. Zu wahr und doch so wahr wie nur eine Geschichte gedichtet aus dem Leben eines Mädchens sein kann, das ich täglich im Spiegel sehe. 

Ich habe etwas an das ich glauben kann. Wenn ich doch nur daran glauben könnte. Doch das fällt mir so unendlich schwer. An irgendetwas zu glauben. Ich kann das einfach nicht. Ich glaube an nichts. Ich kann an nichts glauben. Und doch würde ich es so gerne. Ich will daran glauben, doch ich kann nicht. Und das tut mir so leid. Das macht mich so unglaublich traurig, dass es mich innerlich zerreist. 

Ich kann mit so vielem nicht umgehen. Mit all dem negativen in meinem Leben nicht, mit all den quälenden Gedanken, Erinnerungen und Träumen nicht. Und dennoch kann ich auch mit dem wenigen guten nicht wirklich umgehen. Und das quält mich. Warum kann ich das nicht?

Ich weis nicht mehr was ich noch denken oder fühlen soll. Es ist gleichzeitig viel zu viel und viel zu wenig. Ich bin verwirrt, versuche meine Gedanken irgendwie zu entwirren, irgendwie einen Weg in all dem zu suchen, den es aber nicht gibt. Selbst wenn ich krank im Bett liege, mir alles weh tut, kann ich nicht aufhören zu denken, auch wenn mein Kopf wie vernebelt ist. 

Lass mich nicht allein! Diese Worte, von mir ausgesprochen. Und dahinter lauert die Angst. Denn ich kenne es nicht anders. Bisher hat mich jeder irgendwann allein gelassen. 
Ich weis nicht wo ich anfangen soll und wo ich aufhören kann. Ein Buch ohne Anfang und ohne Ende. So viele Seiten, unbeschrieben. So viele durchgestrichene Seiten und Sätze, so viel ausradiert und doch haften geblieben. So viele Buchstaben, die sich zu wirren Worten ordnen. Auf der aufgeschlagenen Seite verweilend, zittert meine Hand bei dem Gedanken daran, umzublättern, eine neue Seite aufzuschlagen, leer und weis und vielleicht niemals voller Worte, und zugleich wünscht sie sich nichts mehr als das. 

Freitag, 7. Dezember 2012

Fragenkarusselle, die nur in meinem Kopf existieren

Wo ist die Wirklichkeit, die ich niemals empfand? Die Realität, nicht Scheinwelten und Illusionen, ist es, das uns zeigt, wer wir wirklich sind. Doch wer bin ich? Ich fühle mich nicht wirklich. Fühle mich nicht echt. Ich will fühlen, dass ich da bin, dass es mich gibt, denn diese Leere und Sinnlosigkeit, diese Gefühllosigkeit, ertrage ich nicht. Ich fühle mich nicht wirklich. Kann etwas, das nicht wirklich ist, dennoch existieren?
Ich wünsche mir zu verschwinden, und habe zugleich das Gefühl ich bin schon längst nicht mehr da. Ich scheine nur aus Widersprüchen zu bestehen. Keine Logik im ganzen. Da auch kein Sinn vorhanden ist. Kann es ohne Sinn irgendeine Form von Logik geben in dieser Welt, diesem Leben?
Kann dieses Leben mir einen Sinn geben, wenn diese Welt keinen hat? Warum schlafen all die guten Träume in der Welt des Vergessens, während sich aderschwarz und blutig rot die Alpträume durch meine Gedanken und Erinnerungen ziehen?
Wo ist der Himmel, den ich mir wünsche, wo ist das blau, das den Vögeln ihre Flügel verleiht? Wo ist die Wärme, die den Schneeflocken ihre Schönheit lässt? Wo ist der Tod, der nicht an Türen klopft, wo ist das Ende, das ich nicht sehe?
Kann es ein Ende geben, wenn es keinen Anfang gab? Kann es im Tod ewige Ruhe geben, wenn man sie im Leben nicht kannte? Man kann nicht jemand anders werden im Leben. Doch kann ich jemand werden, wenn ich niemals ich selbst war? Kann ich ich selbst werden, wenn ich niemals jemand war?
Kann es eine Zukunft geben, wenn die Vergangenheit niemals vorbei ist? Kann man in eine Zukunft sehen, wenn man in der Vergangenheit festhängt, kann man in eine Zukunft gehen, wenn die Gegenwart wie eine Endlosschleife immer wieder von vorne abläuft?
Kann man Träumen, in einem tiefen dunklen Meer? Kann man jemals leben, wenn man nur sterben auf Raten kennt?

Mittwoch, 5. Dezember 2012

Wie ein Vogel ohne Flügel...

Einschlafen und nie wieder erwachen. Fliegen lernen und den blauen Himmel sehen. Aus der Dunkelheit dunkle Wege in eine weniger dunkle Zukunft gehen. Warten bis der Atem in der Kälte gefriert und mein Herz  nicht mehr schlagen will. Darauf warten, dass auch für mich eines Tages der Winter endet. Kaputte Scherbenhaufen meines Herzens, nur ein leeres Loch in mir. Kranker Körper, kranker Geist. Ich will gehen, will endgültig verschwinden. Und will den lieben Worten, die mir jemand sagte vertrauen, die so warm sind. Fühle mich zerrissen, innerlich von all den schlimmen Dingen immer mehr und mehr in Fetzen gerissen. Will eines Tages den Himmel sehen. Will eines Tages meine tote Hoffnung wieder zum leben erwecken. Will lernen, wie es geht zu leben. 
Doch ich weis nicht ob ich das kann.

Freitag, 19. Oktober 2012

toter Tag


Es ist einer dieser Tage, an denen der Tod mir so verlockend erscheint. Er ist kalt und dunkel, aber auch friedlich und endgültig, er verspricht alles und nichts. Ich will nie mehr denken müssen, nie mehr fühlen müssen. Mich nie mehr erinnern müssen. Ich wünsche mir das Nichts, wünsche mir dass es aufhört, dass meine Gedanken endlich zum schweigen gebracht werden, dass all die Bilder in meinem Kopf endlich ausradiert werden können. Ich wünsche mir, zu vergessen. Alles zu vergessen, vor allem mich selbst. Und zugleich fürchte ich mich auch ein wenig davor, denn zu vergessen, endgültige Stille, erinnert mich zu sehr an Leere. An die Leere in mir drin.
Und es fühlt sich so an, als würde ich dann endgültig in diese Leere fallen, würde hineinstürzen, hineingezogen werden. Und es gibt kein zurück.
Ich fühle mich gefangen. Gefangen in diesem Widerspruch, sterben zu wollen und wirklich leben zu wollen. Beides erscheint mir verlockender, als mein Zustand, einfach nur zu existieren.
Ich lebe nicht, nicht wirklich. Aber ich bin nicht tot, zumindest äußerlich nicht. Ich bin leer. Und es fühlt sich an, als würde ich an dieser Leere langsam aber sicher zugrunde gehen.
Ich fühle mich allein, so sehr allein. Ich höre Musik, versuche mir mit Liedern, die eine Bedeutung für mich haben, in Erinnerung zu rufen dass die schöne Zeit kein Traum war. Doch auch die Lieder machen mich traurig, machen mir bewusst dass ich hier sitze, allein in meinem Zimmer, allein mit mir selbst. Dass es in diesem Moment keine andere Realität für mich gibt als diese: Ein Mädchen, das sich allein fühlt, voller Verzweiflung, Einsamkeit und Angst. Und Traurigkeit.
Worte rauschen durch meinen Kopf, die nicht meine eigenen sind. Leise dringt die Melodie in meinen Kopf, meinen Körper, und auch wenn es nur für einen kurzen Moment ist, blicke ich aus dem Fenster in die dunkel gewordene Welt und denke gar nichts. Denke alles und nichts. Fühle mich zerrissen und verloren, und weis zugleich nicht, was ich eigentlich fühlen soll. Die verschiedensten Emotionen laufen durch meine Gedanken, doch ich kann keine davon lange festhalten. Das was übrig bleibt, ist das selbe wie immer: Angst und Traurigkeit.
Ich blicke auf den Spiegel, der an der Wand meines Zimmers hängt, und frage mich nicht zum ersten Mal welches Bild er mir zeigen würde, wenn ich nicht mehr Ich sein müsste. Wenn der Spiegel mir diesen Wunsch erfüllt. Wer oder was wäre ich dann?
Und wenn Spiegel das Innerste eines Menschen abbilden könnten, statt nur das äußere Bild, was würde ich dann sehen wenn ich auf das undurchdringliche Spiegelglas blicken würde? Und was würde der Spiegel mir zeigen, wenn er die Dunkelheit in mir sehen könnte? Denn Spiegel brauchen Licht, um das Bild wiederzugeben das ihnen entgegenblickt. All das, was im Schatten, in Dunkelheit liegt, ist für das Spiegelbild unsichtbar…

Sonntag, 26. August 2012

Leere in mir

Ich fühle diese Leere in mir. Dieses unbestimmte Gefühl, dass mir etwas fehlt. Ich kann nicht benennen worum es sich handelt, denn ich weis es selbst nicht so wirklich, doch es ist etwas wichtiges. Etwas existentielles, ohne das man nicht leben kann. Es ist etwas, das andere Menschen haben, das anderen nicht fehlt. Es ist etwas, nach dem ich immer auf der Suche bin, immer auf der Suche sein werde, auch wenn es mir nicht direkt bewusst ist. Doch zugleich ist da die schmerzliche Erkenntnis in mir, dass es etwas ist, das weder das Leben noch der Tod mir geben kann.

Donnerstag, 9. August 2012

Wohin der Wind die Wolken treibt

Meine Tage vergehen in Sinnlosigkeit. Wohin auch immer der Wind die Wolken treibt, ich weis es nicht und werde diese Orte auch niemals sehen. So kommt es mir vor, als wäre ich dazu verdammt, immerzu aus diesem Fenster zu starren, immer auf diese Straße und diese Bäume, die Felder und die fernen Berge am Horizont. Als würde ich niemals von hier loskommen. Doch es ist nur das Seufzen eines Mädchens, das sich mit dem Wispern des Windes mischt, während sie traumverloren in die Ferne sieht. Dieses Mädchen bin ich, das Mädchen das nicht in der Gegenwart lebt und deren Zeit stillzustehen scheint, während sie dennoch langsam vergeht, wie Blütenblätter sie sanft vom Wind getragen zur Erde schweben.
Und die Gedanken, dieses Mädchens, das ich bin, schweifen immer und immer wieder durch Traumwelten und alptraumhaften Erinnerungen. Die Wünsche des Mädchens sind Seifenblasen, die sie schon vor langer Zeit hoch in den Himmel geschickt hat, und noch immer darauf wartet, dass sie dort ankommen, während immer mehr und mehr davon sich einfach in nichts auflösen.
Ein Lächeln aus Glas in ihrem Gesicht, so zerbrechlich und traurig, einige Menschen so stark vermissend. Und alles was sie tut, ist warten. Doch worauf? Darauf kennt sie selbst keine Antwort. Es ist warten, unbewusstes warten, und hoffen. Doch worauf? Dass das Leben endlich beginnt? Oder dass es endet? Oder dass verlorene Dinge zurückkehren? Oder einfach darauf, dass die Zeit vergeht, sinnlose Tage und Nächte voller Angst, vorübergehen? Warten. Doch es gibt einfach keine Antwort auf die Frage "Worauf?".
Wohin der Wind die Wolken treibt, will ich gehen und will ich stehen und sehen, will fliegen können. Allem davonfliegen. Doch das geht nicht, das meiste wovor ich fliehen will, ist in meinem Kopf, meinen Gedanken, meinen Erinnerungen, ist mein dunkler Schatten, der mir folgt wohin ich auch gehe. Ich kann davor nicht wegrennen.
Wenn ich mein Leben betrachte, dann fühlt es sich an, als würde ich an einer Klippe stehen, und kann nicht vor und nicht zurück. Und ich glaube, der einzige Weg mich von dort weg zu bewegen wäre einen Schritt nach vorne zu machen. Ins nichts. Dann würde ich fallen, tiefer und tiefer, tiefer als bisher, und könnte nur hoffen, dass mir auf dem Weg nach unten rechtzeitig Flügel wachsen.
Entweder es klappt oder es klappt nicht. Leben oder Tod. Das sind doch im Gunde die einzigen beiden Wahlmöglichkeiten. Und mit leben, hat das was ich habe, nicht wirklich was zu tun. Also einfach springen, einfach versuchen, einfach hoffen dass es besser und anders wird. Und wenn es nicht funktioniert, dann habe ich es wenigstens versucht.
Das ist es, was ich denke. Ich werde es versuchen. Bald. Ich weis noch nicht genau wann, aber bald.
Ein blasses, dünnes Mädchen am Fenster, das sehnsüchtig hinausstarrt, in eine Welt die sie nicht kennt, und traurig hinausstarrt, in eine Welt die sie kennt, aber nicht mag weil es dort für sie nur Traurigkeit und Schmerz gibt. Auch wenn es Sommer ist, spiegelt sich in ihren Augen der langsam fallende Schnee in ihrer Winterwelt.
Der Mond verändert sich, wenn er Nacht für Nacht über den dunklen Sternenhimmel zieht. Der Mond, der mir so ähnlich ist. Und die Wolken, die in meiner Vorstellung der Ort sind, an den die Träume steigen, wenn sie den Himmel erreichen.

(Heute Nachmittag fotografiert mit meiner Handycam)

Montag, 23. Juli 2012

Zeit

Zeit. Den einen rast sie davon. Für andere scheint sie beinahe still zu stehen und vergeht nur ganz langsam. Als würde sie zäh über den Boden kriechen. Als würde irgendetwas die Uhrzeiger am weiterschlagen hindern. Andere wollen die Zeit anhalten, doch die Uhr dreht und dreht sich, rasend schnell, und man hat keine Chance.
Zeit ist leben. Zeit ist sterben. Manchmal ist sie beides. Manchmal ist sie weder noch.
Zeit ist ein Rätsel. Zeit ist ewig und das Gegenteil von Ewigkeit zugleich.

Ich habe gerade viel zu viele seltsame Gedanken im Kopf. Dieser ist einer davon. Ich fühle mich nicht gut, fühle mich einfach nur mies. Wertlos. Voller Traurigkeit. Leer. Tot. Zu viele Menschen, die mir immer wieder weh tun. Von manchen fühle ich mich so unverstanden. Von anderen so allein gelassen. Du hast mir versprochen für mich da zu sein. Dass ich immer zu dir kommen kann, wenn es mir schlecht geht. Wo bist du? Ich vermiss dich. So sehr.
Ich bin müde. Müde von zu viel Streit. Müde vom Fieber. Müde von der dauernden Schlaflosigkeit. Müde vom Leben.

Zeit. Ich stelle mir meine eigene Lebenszeit als Sanduhr vor. Leise und Langsam, beinahe unmerklich, fallen die Blütenblätter wie Sandkörner. Ich hab zu viel und zu wenig davon zugleich.
In meiner Vorstellung kommt das Fallen der Blätter einem traurigen Lächeln gleich, das sich von Zeit zu Zeit auf meinem Gesicht zeigt. Ein Lächeln das die Tränen nicht verstecken kann.
Es gibt Tage wie diese, da weis ich nicht, ob ich leben oder sterben will. Leben ist langsames Sterben. Leben ist sterben auf Raten. Das ist es, zumindest bei mir. Aber Leben kann so viel mehr sein. Leben kann lachen sein, bunte Stunden die blühen wie Blumen auf einer Sommerwiese, Leben kann Abenteuer sein, Leben kann  Wärme und Freundschaft sein, Leben kann das sein, was ich mir schon immer wünsche aber nie hatte.
Leben kann sein: herausfinden, was richtig zu leben, vom Wunsch einfach nur tot zu sein, unterscheidet.
Denn im Grunde geht es doch immer darum. Auch wenn man es nicht deutlich sagt. Auch wenn man es versucht zu verdrängen, versucht alle anderen und sich selbst zu täuschen: Sterben wollen ist die Schattenseite des Lebens. Die Kehrseite der Medaille. Der Wunsch ist da, der Wunsch tot zu sein und das Leben nicht mehr ertragen zu müssen. Aber hinter diesem Wunsch steht immer der Wunsch nach einem besseren, einem anderen Leben. Einem richtigen Leben, einem das diese Bezeichnung auch verdient. Der Wunsch zu sterben ist im Grunde der Wunsch nach einem glücklicheren, besseren Leben.
Existieren, das ist eine Sache. Leben eine ganz andere.

Im Grunde ist es traurig. Die Sandkörner, bzw. die Blütenblätter, fallen langsam und lautlos in der Stille. Wie viel Zeit ist vergangen, wie viel Zeit muss vergehen, bis sich für mich etwas ändert? Bis ich es schaffe ein anderes, ein glücklicheres Leben zu führen, von all dem los zu kommen, von Zuhause, von den Depressionen usw? Alles wird nicht verschwinden, das ist klar. Vergangenheit ist und bleibt eine blutende Wunde. Die Zeit heilt keine Wunden. Die Zeit kann keine Wunden heilen. Wie viel Zeit muss vergehen, bis sich bei mir etwas ändert? Wird sich etwas ändern, bevor die Zeit abgelaufen ist?

Sonntag, 24. Juni 2012

Ich drehe und drehe mich immer nur im Kreis
weis dass ich wirklich gar nichts weis
ohne Ziel, weis nicht woher und nicht wohin
sehe das Leben und finde keinen Sinn
sehe den Tod überall im Schatten stehen
weis nicht, will ich wirklich mit ihm gehen?
höre sein Flüstern, sein stilles Versprechen
sehe mich in Spiegelscherben zerbrechen
ich verlor die Hoffnung, suchte das Licht
doch alles was ich fand, war immer nur: nichts.

Samstag, 19. Mai 2012

Wo ein jeder Weg endet...

~ Jeder Weg und jede Suche endet eines Tages. Nur nicht unbedingt dort, wo man es sich erhofft hat. ~




Es wird nie aufhören. Niemals. All die Gedanken in meinem Kopf drehen sich im Kreis, ich denke zu viel. Dene viel zu viel nach über alles. Ich versuche meine Erinnerungen zu verdrängen, nicht über mich nachzudenken, doch es funktioniert nicht. All das ist immer da. Immer. Es flüstert in meinen Gedanken, bewohnt die Dunkelheit in meinem Kopf.
Ich atme und fülle meine Lungen mit Luft. Ich öffne die Augen und sehe Splitter der Welt. Ich laufe und es fühlt sich an, als würde ich auf Wolken gehen, die mich nicht tragen können, auf Wolken hoch oben und wenn ich falle dann falle ich tief. Auch wenn ich schon weit unten bin, das Ende habe ich noch nicht erreicht. Es geht schlimmer. Das geht es immer.
Ich weis nicht mehr weiter. Ich ertrage es nicht mehr Ich zu sein. Ich wünsche mir, ich müsste nicht in diesem Körper stecken, müsste nicht aus diesen Gedanken und Erinnerungen bestehen. Und ich frage mich: Was von mir bin eigentlich wirklich ich?
Ich schreibe nur Unsinn, und wenn ich die Lippen öffne purzeln Worte hervor, die zwar Sinn ergeben, aber dennoch keinen Sinn enthalten. Denn nichts macht Sinn in dieser Welt. Alles ist sinnlos. Das Leben. Der Tod. Wofür also das alles? Selbst diese Frage ist sinnlos. Denn es gibt keine Antwort. Nicht für mich. Nicht in meinem Leben.
Meine Gedanken bestehen aus Dunkelheit, zäher grauer Nebel, der irgendwo in mir lebt und mich langsam von innen auffrisst. Mich innerlich zerreisst. All die negativen Gedanken und Gefühle, all die Angst und Verzweiflung, die Wellen der Hoffnungslosigkeit die mich schon lang an leeres Land gespült haben.
Denn so fühle ich mich. Leer. Absolut innerlich leer. Ich habe nichts und bin nichts, ich bin wertlos und verdiene nichts besseres als das. Ich bin noch nicht tot, aber auch nicht mehr lebendig.
Alles ist zu viel und gleichzeitig zu wenig. Genau wie ich. Ich bin und war nie gut genug, war immer schon falsch, konnte nie etwas richtig machen. Aber allein dass es mich gibt ist schon falsch. Wenn ich schon nicht wichtig und mehr sein kann, dann möchte ich zumindest gar nichts mehr sein. Immer weniger werden, bis nichts mehr von mir übrig bleibt. Einfach vom Wind davongetragen zu werden. Vergessen werden um selbst vergessen zu können.
Ich weis nicht wie lange es noch dauert, aber ich weis wo es irgendwann endet. Im Grab. Und ehrlich gesagt wünsche ich es mir. Ich will tot sein. Denn ich trage so schon keinen Funken Leben mehr in mir.
Es ist, als hätte da mal ein Feuer gebrannt, doch all die Stürme waren stärker als die Flamme, ließen sie flackern und langsam verlöschen. Ich bin kaputt gegangen, im Laufe der Jahre, irgendwo, irgendwann. Ich bin nichts mehr. Ich bin niemand.
Ich bin das Geistermädchen.
Ich kann nicht mehr schlafen, und die wenigen Stunden bringen keine Erholung sondern nur schlimme Träume. Ich kann auch körperlich nicht mehr. Bin zu müde, zu krank. Manchmal sehe ich Dinge, die nicht real sind. Vielleicht dauert es gar nicht mehr so lange.
In einem Grab ist es dunkel, still, kalt und leer. Eigentlich passt das zu mir. Und irgendwie steckt hinter all dem eine gewisse Form von Ironie, über die man aber nicht lachen sondern nur weinen kann.

Samstag, 12. Mai 2012

Mit den Wolken ziehen

Einfach nur weg. In die ungekannte Ferne, an den Horizont. Da will ich hin. Ich will fliegen, durch die Ewigkeit ziehen wie die Wolken im Wind, will Träume träumen. Und ich will das Leben wie von weit entfernt oben sehen, unbedeutend und klein, sodass es mir nichts mehr ausmacht. Ich will allem davonfliegen können, will nicht länger Teil dieser traurig-tristen Wirklichkeit sein. Ich will eigene Wirklichkeiten erschaffen und sehen wie Gedanken die Welt verändern.




Ich weis nicht, wie ich mich fühle. Irgendwie einfach nur leer. Ich fühle mich unwirklich, als wäre ich schon längst nicht mehr da, doch meine Gedanken sind noch da, kreisen durch meinen Kopf, und merken gar nicht, dass ich nur noch ein Geist bin, eigentlich nicht mehr da obwohl ich doch da bin, eigentlich schon tot und irgendwo in kalter Erde und Dunkelheit zuhause.
Wolken ziehen übers Land, bringen Licht und Schatten, Regen und Schnee, ziehen immer weiter ohne Ziel, tragen die Zeit mit dem Wind, an mir vorbei und an mir fort. Die Zeit vergeht. Und ich sehe ihr nur noch dabei zu. Ich warte und habe längst vergessen worauf. Vielleicht warte ich auf den Moment, an dem alles endlich still steht, zumindest für mich. Auf den Moment, an dem ich vielleicht wirklich einfach fortfliegen kann, einfach verschwinden und nicht mehr da sein kann.
Licht und Dunkelheit wecheln sich ab, sind immer da. Doch die Dunkelheit ist stärker, ist immer stärker. Lauert abseits des Lichtes, wo der Schatten noch dunkler fällt. Es gibt mehr Schatten als Licht, und selbst im hellsten Licht malen sich dunkle Schatten bedrohlich auf die Erde.


Dienstag, 8. Mai 2012

Zu viel Angst

~ I'm just a little girl
lost in the darkness ~

Die Angst ist wieder da, ist immer und immer da. Wie ein dunkler Begleiter, auf ewig an mich gebunden solange mein Herz schlägt. Manchmal spüre ich sie so deutlich, liege stundenlang schlaflos in meinem Bett, mein Herz schlägt schnell, zu schnell. Die Gedanken rasen durch meinen Kopf. Die Szenarien spielen sich in meiner Erinnerung und meiner Vorstellung immer und immer wieder ab, wie ein endloser Film. Kein Anfang. Kein Ende.
Ich kann mich nicht erinnern, dass es jemals anders war. Ich kenne kein anderes Leben. Immer schon zu viel Angst. Und ich habe nie gelernt wie ich wirklich damit umgehen kann.
Ich liege weinend und zitternd in meinem Bett, unter der Decke und die Arme um mich selbst geschlungen, meine eiskalten Finger spüren die Knochen an meinen Schultern unter der Haut und ich wünsche mir, dass jemand da ist und mich festhält und mir sagt dass alles wieder gut wird. Auch wenn ich weis, dass das Unsinn ist und dadurch nichts gut wird, wünsche ich es mir trotzdem. So sehr. Denn es tut alles so weh. Leben tut weh. Schon immer. Ich wünsche mir, nicht mehr allein zu sein. Ich kann das alleine einfach nicht schaffen, kann das Leben allein nicht schaffen. Aber es ist keiner da. Ich bin allein. Ich war schon immer allein. Warum also sollte sich jemals etwas daran ändern? Ich weis einfach nicht mehr weiter. Für mich wird sich nie etwas ändern. Ich bin allein.



Manche Menschen haben Angst davor zu sterben. Weil dann alles vorbei ist bzw zumindest das Leben wie man es bisher kannte vorbei ist. Weil es nun mal ein Ende ist. Weil es weh tun  könnte.
Ich finde all diese Gedanken tröstlich. Nicht mehr da sein müssen, nicht mehr ich sein müssen, nicht mehr denken müssen, sich nicht mehr erinnern müssen. Einfach aufhören zu existieren.
Ich weis nicht, ob sterben weh tut, ich bin noch nicht gestorben. Aber eines weis ich sicher: Leben tut weh.
Mehr als sterben es je könnte.


Samstag, 5. Mai 2012

sinnlos schlagendes Winterherz

Alles dreht und dreht sich immer weiter, nur ich stehe still. Das einzige was sich bei mir dreht sind meine Gedanken, doch nur wie ein Karussell im Kreis. Ich denke zu viel nach, und es führt zu nichts. Ich kann nicht vor und nicht zurück. 
In mir ist die Zeit stehen geblieben, während ich dabei zusehe wie sie in der Welt vergeht. Ich bringe irgendwie die Tage hinter mich, überstehe die Wochen, alles so anstrengend. Und so sinnlos. Ich versuche nicht nachzudenken, mich nicht zu erinnern, gar nichts mehr. Aber es klappt nicht. Die Gedanken und Gefühle drängen sich in mein Bewusstsein, sind immer da, immer so nah. Nichts wird anders. Es ist auch eine törichte Hoffnung, zu glauben, dass irgendwas besser wird, wenn der Winter vorbei ist. Ich habe es gehofft. Und nun ist es Frühling, und es geht mir nicht besser. Was absolut logisch und von vornerein klar war. Warum bin ich dennoch enttäuscht? 
Die Schönheit der Natur des Frühlings berührt mich nicht. Ich sehe sie, kann sie anfassen. Aber ich fühle nichts. Absolut gar nichts. Es ist, als würde es in mir Winter bleiben, als würden die längst verwelkten Blätter noch immer fallen und zu Staub zerfallen, den ein eisig kalter Wind verweht.
Ich fühle mich tot. Als ich heute am Friehof vorbei gelaufen bin, war plötzlich und wie beiläufig der Gedanke in meinem Kopf, warum ich selbst noch nicht dort unter der Erde liege, wo ich eigentlich schon längst hingehöre. Der Gedanke macht mir keine Angst. Er macht mich nicht einmal mehr traurig. Ich glaube ich habe viel zu lange gebraucht, um es endgültig zu verstehen. Ich kann irgendwie nicht mehr leben, nicht so wie andere es können, in mir ist zu viel kaputt gegangen, ich habe mich zu sehr in der Dunkelheit und in mir selbst verloren. Ich habe die Welt verloren bzw bin in ihr verloren gegangen. Ich bin nur ein Mädchen, einfach irgendjemand, ob ich da bin oder nicht spielt keine Rolle. Für niemanden bin ich wichtig. Ich frage mich, ob man es überhaupt bemerken würde, wenn ich von einem Tag auf den anderen einfach nicht mehr da wäre, unsichtbar und ein Geist geworden.
Zu leben tut sehr weh, das Leben und die Menschen haben mir zu sehr weh getan im Laufe der Jahre. So etwas bleibt für immer, es hinterlässt unauslöschliche Spuren. Eingebrannt in ein kleines Herz, das verzweifelt schlägt und sich nur nach ein bisschen Verständnis und Zuneigung und dem Gefühl nicht überflüssig zu sein, sehnt.
In mir ist es kalt. Schnee fällt in kleinen Flocken und bedeckt die dunkle Welt. In mir ist es leer. Unendlich leer, unendlich leere Winterwüstenwelt.





Ich kann nicht mehr. Ich bin einfach nur am Limit, körperlich und psychisch. Ich halte das nicht mehr aus. Die Gedanken in meinem Kopf schreien so laut, ich ertrag es nicht mehr, und Ohren zu halten bringt natürlich nichts. Ich kann die Welt draußen ausblenden, aber die in mir drinnen nicht. Das alles ist immer da, wo ich auch bin, wohin ich gehe. Und mein Körper kann manchmal nicht mehr so, wie ich das will. Mir ist dauernd schwindlig, ich bin kurz vorm umkippen und zusammenbrechen. Heute lag ich den ganzen Nachmittag nur im Bett, konnte mich fast nicht bewegen, kaum atmen. Alles ist so anstrengend, ich schaffe auch meine Woche kaum. Ich schlafe kaum. In manchen Nächten gar nicht. Ich kann nicht sagen, was schlimmer ist, schlafen oder wach sein. Ich ertrag beides nicht. 
Ich ertrag die Gedanken nicht, die Gefühle, die Erinnerungen, die ständige Angst. Ich ertrag es nicht, ich zu sein. Ich ertrag die Sinnlosigkeit und die Leere nicht mehr. Ich will dieses Leben nicht, das im Grunde keines ist. Wofür lebe ich? Wofür? Im Grunde ist alles sinnlos, alles. Also wofür? Wofür sich jahrelang und Jahrzehnte quälen und weitermachen und vergeblichen Hoffnungen und Träumen hinterherjagen, immer wieder neuen Schmerz zu erfahren, nur um irgendwann dann doch zu sterben? Wofür also? Wofür leben?

Freitag, 4. Mai 2012

I want to fly away

Ich will frei fliegen. Immer höher, hoch hinaus. Ich will zurücklassen können und vergessen, ich brauche Flügel, die mir den Weg zu Himmel und Horizont öffnen.  Irgendetwas, das die Schatten in mir vertreibt. Wolken und Winde halten mich nicht auf. 



Ich weis nicht, warum ich noch lebe, wo ich doch eigentlich tot sein will. Ich weis nicht, warum mein Herz nicht einfach aufhört zu schlagen und mich für immer schlafen lässt. Irgendwann muss man sich entscheiden, endgültig. Ich glaube, darin liegt der wahre Sieg. Nicht im ständig weiterversuchen, weitermachen, nicht aufgeben. Sondern darin sich letztendlich zu entscheiden, was man wirklich will.
Im Grunde ist auch das Leben nicht wirkliches Leben sondern nur langsames Sterben. Denn damit endet es. Immer. 
Ich weis im Moment gar nichts. Ich sitze nur da, versinke in Dunkelheit und Sinnlosigkeit. Ich warte. Ganze Nächte lang warte ich auf den Tag, die Tage verbringe ich damit zu warten, dass die Zeit vergeht, denn ich mache kaum mehr irgendwas. Ich habe keine Motivation, keine Energie. Ich fühle mich krank, körperlich. Und einfach nur am Ende, psychisch. 
Manchmal fühlt es sich an, als würde es tatsächlich etwas geben, auf das ich warte. Vielleicht warte ich auf Antworten. Vielleicht nur auf meinen eigenen Tod. 
Wenn mein Leben nur ein schlimmer Traum ist, könnte ich vielleicht eines Tages daraus erwachen. Doch vielleicht wache ich auf, wenn ich sterbe. Auch wenn das paradox klingt, nachdem man für immer eingeschlafen ist, erwacht man vielleicht im ewigen Schlaf.

Mittwoch, 25. April 2012

~ Someone once told me, 
that life holds infinite possibilities
and we only have to see them.
But thats the difficulty
because I can`t see anything
but sorrow, tears and darkness... ~


Das Leben in der Welt geht weiter, nur ohne mich. Ich bin innerlich tot, was nur keiner weis und keiner sieht und erst recht keiner versteht. Ich habe den Bezug zu allem verloren, bzw die Fähigkeit in irgendetwas irgendeinen Sinn zu finden. Denn für mich ist alles sinn- und bedeutungslos geworden. Ich frage mich ständig: Wozu? und habe doch keine Antwort darauf.
Die wahre Frage ist nicht, wofür es sich zu leben lohnt, sondern wofür es sich lohnt nicht sterben. So langsam gehen mir die Antworten aus.
Manchmal frage ich mich, ob irgendjemand wirklich bemerken würde, dass ich tot bin, wenn mein Körper nicht zurückbleiben würde wenn ich sterbe, sondern wenn ich vollständig verschwinde, als hätte ich nie existiert. Würde irgendjemandem mein Fehlen auffallen? Oder war mein Leben insgesamt so überflüssig, dass gar nichts zurückbleibt?
Wenn zu viel passiert ist, kann man nicht mehr sein wie zuvor. Wenn das eigene Leben eine Aneinanderreihung von Erinnerungen ist, die man lieber vergessen will, dann kann man einfach nicht mehr sein wie andere es sind. Normal. Für mich ein Fremdwort.
Man hat so viel verloren, dadurch dass man das geworden ist was man eben ist.Die Fähigkeit Freude zu empfinden, Liebe und Zuneigung kennen zu lernen, die schönen Dinge des Lebens kennen und schätzen zu lernen. Denn man verliert zu viel von sich selbst, bis irgendwann fast nichts mehr übrig ist. So fühlt es sich an.
Und man verliert die Zukunft. Beziehungsweise die Hoffnung, Ziele, Wege die man gehen kann. Das alles gibt es nicht mehr, wenn man in gar nichts mehr einen Sinn sehen und finden kann.
Die Vergangenheit, die man sowieso schon weder vergessen noch ungeschehen machen kann und die einen mit den Erinnerungen wie ein schwarzer Schatten folgt, immer da, einen niemals vergessen zu lassen was man vergessen will, und was einen daran hindert zu leben.
Diese eigene Vergangenheit zerstört einem die Zukunft.

Sonntag, 22. April 2012

Vorbei?



Grauer Himmel. Trist und verregnet. Dunkel obwohl es hell sein sollte. Das Wetter passt zu meiner Stimmung.
Ich fühle und denke zu viel und gar nichts. Ich wünsche mir einfach nur tot zu sein. Denn ich ertrag das Leben nicht mehr. Ich will dass es vorbei ist. Das ist das einzige was ich noch will.

Donnerstag, 19. April 2012

Gedankenchaos und Gedankenstille

Ich weis nichts zu sagen, weil es einfach nichts mehr zu sagen gibt. Und gleichzeitig gibt es viel zu viel, was in mir ist aber nicht als Worte nach draußen dringen kann, weil im Laufe der Jahre einfach viel zu viel ungesagt geblieben ist und alles in mir drin geblieben ist.
Ich kann nichts nach draußen lassen. All die negativen Gefühle blieben immer nur in mir.
Ich wünschte, ich könnte das irgendwie rauslassen, damit es mir zumindest für eine kurze Weile ein wenig besser geht...Aber es geht mir nie besser. Ich fühle mich immer mies...manchmal gibt es Tage, da fühle ich mich weder noch, also irgendwie neutral...das ist die einzige Unterscheidung die es für mich noch gibt. Schlecht oder neutral. Nicht schlecht und gut.
Ich kann mich nicht erinnern, wann ich zuletzt gut gelaunt war. Ich war bisher viel zu selten gut gelaunt, auch früher nicht. Darum fällt es mir richtig auf, wenn ich mal nicht depri drauf bin...
Ich sitze da, mein Kopf ist entweder viel zu voll mit kreisenden Gedannken oder komplett leer. Und mein Innerstes ist auch leer. Ich habe gar nichts mehr. Nur Leere in mir.
Kein Herz, nur noch Splitter. Keine Seele. In mir ist es einfach nur leer. Ich bin tot, innerlich tot. Meine Augen sind auch wie tot, denn sie können die Welt nicht mehr so sehen und wahrnehmen, wie die Lebenden es tun. Ich spüre den Schleier des Todes auf allem liegen, sehe überall Dinge die andere so nicht sehen, sehe eine ganz andere Welt als die anderen. Eine Welt, die über der anderen liegt, wie eine andere Dimension. Die anderen leben in ihrer Dimension und ich in der anderen.
Ich will und kann nicht mehr. Ich will tot sein. Ich wünsche es mir.

Dienstag, 17. April 2012

~ Eternal snow is falling slowly 
on the dark and cold wasteland 
inside me - silence ~


Ich weis gar nichts mehr. Weis nicht, was ich will. Weis nicht, wie ich mich heute fühle. Leer. Mies. Aber irgendwie auch gar nicht. Ich fühle mich, als wäre ich gar nicht mehr da. Als säße hier nur mein Körper an der Tastatur und tippt diese Worte, während mein Geist, mein Verstand, meine Gedanken, meine Seele, oder wie auch immer man es nennen mag, längst fort ist. Durch ungekannte, ewige Wüsten streift. Als Sandkörner durch die Uhr gerieselt ist und vom Wind in alle Richtungen verweht wurde. Langsam in den dunklen Wellen versunken ist und durch den Nebelschleier hinübergeglitten ist. Schlafend, vielleicht für immer.
Ich fühle mich tot.


Was bedeutet "leben"? Darauf habe ich keine Antwort, aber die Bedeutung von "sterben" ist mir dafür umso klarer.
Aufhören zu atmen, aufhören zu existieren. Aus dieser Welt verschwinden und nur die körperliche Hülle zurücklassen, die irgendwann zu Staub zerfällt. Einschlafen ohne jemals wieder aufzuwachen. Alles zu verlieren: die eigene Persönlichkeit, die Erinnerungen und Gedanken; um sich selbst und alles vergessen zu können. Um nicht mehr da sein zu müssen, nicht mehr ich sein zu müssen.


Montag, 16. April 2012

~ I'm scared and I'm lost. 
To me, life means nothing.  
I'm waiting for the day 
I wake up and realize 
that all was just a bad dream... ~




Warum? Warum habe ich so große Angst, vor dem Leben, meinen Erinnerungen und davor, dass die Menschen die mir etwas bedeuten, die Freunde geworden sind und die ich als einzigste zumindest ein wenig hinter meine gläserne von Rissen durchzogene Schutzmauer blicken lasse,  mir wieder weh tun, mich alleine lassen und sich herausstellt dass ich ihnen nie etwas bedeutet habe? Ich habe Angst davor, wie vor so vielem anderen.
Ich habe Angst vor den Erinnerungen, die mich immer wieder einholen. Angst vor den Alpträumen in der Nacht. Den ewig kreisenden Gedanken. Und den schlaflosen Nächten, in denen ich nichts mit mir anzufangen weis. Und ich habe Angst vor den Tagen, die sich meist wie Kaugummi in die Länge ziehen, und ich selbst mich so fehl am Platz fühle. Vor allem zwischen Menschen, weil ich tief in mir weis, dass ich schon längst nicht mehr dazu gehöre.
Habe Angst, dass Leute zu hohe Erwartungen an mich stellen, oder erwarten dass ich ihre Erwartungen erfülle. Doch ich kann und will das nicht. Nicht mehr, denn das zu versuchen habe ich schon vor längerer Zeit aufgegeben..weil es sinnlos und vergeblich war.
Ich habe auch Angst vor mir selbst, bzw vor dem was ich geworden bin. Weil ich eben im Grunde gar nichts bin. Weil ich nutzlos und wertlos und für gar nichts gut genug. Weil ich mich einfach nur leer fühle. Weil jemand wie ich existiert ohne dass es einen Sinn dafür gibt, ohne dass es eine Zukunft für mich gibt.
Ich weis nicht, wie ich enden werde. Eines Tages in naher oder fernerer Zukunft. Aber eines ist sicher, ich werde sterben. Doch vor dem Sterben habe ich keine Angst, es kommt mir eher wie ein Versprechen vor, dass ich endlich alles vergessen darf, dass ich nicht mehr denken muss, nicht mehr ich sein muss, gar nichts mehr sein muss.
Ich werde wohl irgendwie irgendwann teil einer Statistik werden. Nur ein weiterer Selbstmord. Oder nur ein weiteres Mädchen, das an den Folgen der Essstörung stirbt. Nur ein weiteres Mädchen, das kaputt gegangen ist, das das Leben nicht mehr ertragen hat und keinen Ausweg mehr gesehen hat. Irgendetwas in der Richtung.
Ich weis, das klingt falsch, aber das macht mir keine Angst. Sterben tun wir alle sowieso. Was macht es da also für einen Unterschied, ob früher oder später, wenn man selbst kein Leben hat, das lebenswert ist, wenn man keinen Grund hat, keinen Sinn, gar nichts. Nur Angst und Traurigkeit und Leere.
Neue Schnitte. Ich musste fühlen, dass es mich noch gibt, dass ich noch da bin, tatsächlich noch lebe. Denn es fühlt sich nicht so an.

Sonntag, 15. April 2012

~ Is this girl 
with the broken smile 
and sad eyes 
and the thousands  
of tears she cries,
the darkness
and silence inside her
and the scars
on her body you can see
and those on her soul
you never will see
really me? ~



Es wird Frühling und dann Sommer. Ich kann es sehen, draußen. Aber in mir bleibt es Winter. 
Als würde es immer weiter schneien, immer mehr weiße Flocken in mir fallen..und ich spüre die Kälte längst nicht mehr, weil ich gar nichts mehr fühle...
Ich frage mich, ob ich wirklich echt bin. Wenn ich durch die Straßen laufe, frage ich mich, wie viel der Dinge, die ich sehe, tatsächlich echt sind. Oder ist alles echt, und ich allein bin es nicht, bin unwirklich, nur ein Geist, gar nicht mehr wirklich da.
Ich habe dieses Gefühl oft. Dass alles irgendwie unreal, irreal, erscheint. Dass ich mich frage, ob es tatsächlich echt sein kann, dass ich gerade in der S-Bahn sitze, auf dem Weg zum Unterricht, der voller unwichtigem Zeug ist das mich eh nicht interessiert. Oder dass ich eine Straße entlang gehe, oder mit dem Fahrrad gegen heftigen Wind treten muss. Oder Gespräche mit irgendwelchen Leuten führe, die keine richtigen Gespräche sind sondern nur belanglos ein paar Worte gewechselt.
Es fühlt sich zwar einerseits echt an, aber andererseits auch nicht.
Denn das alles ist so sinnlos. Kann etwas, das keinerlei Sinn in sich trägt tatsächlich existieren und vollständig echt sein?
Denn für mich beinhaltet das gesamte Leben keinen Sinn. Nichts darin ist wirklich von Beduetung. Für andere schon, das weis ich. Aber eben nicht für mich.
Ich sehe keinen Sinn. Nicht im Leben. Nicht in mir selbst. Alles läuft eben einfach weiter, weil die Zeit nun mal vorwärts läuft, immer weiter und weiter, ohne Sinn. Ich bin da, weil ich eben da bin. Ein Zufall. Ein Fehler.
Aber keinerlei Sinn. Nichts hat einen Sinn. Gar nichts. Ich weis das. Aber manchmal ertrage ich es nicht. Eigentlich ertrage ich es nie. Ich weis nicht, was ich hier soll. Ich weis nicht, warum ich leben soll, wenn es nichts gibt, wofür es sich zu leben lohnt. Wenn ich nichts kenne, nichts habe wofür es sich lohnt.
Wofür also weitermachen? Wofür sich weiterquälen, Tag um Tag. Tränen weinen und wieder fortwischen. In schlimmen Träumen ertrinken, um sie dann zu vergessen versuchen. Alle Erinnerungen zu vergessen versuchen. Das Leben zu vergessen versuchen. Mich selbst zu vergessen versuchen.
Wofür dieses Leben leben? Warum?

Freitag, 6. April 2012

Lass mich tot sein

Ich fühle nichts und zu viel. Die Gedanken rasen durch meinen Kopf und ich ertrag sie nicht mehr. Am liebsten würde ich meinen Kopf an die Wand schlagen, immer wieder und wieder bis ich das Bewusstsein verliere. Oder mir mit einer Klinge so tief in die Haut ritzen, dass ich meinem Leben dabei zusehen kann, wie es aus mir herausfließt..
Nachdem ich nicht geschlafen habe, fühle ich mich einfach nur richtig mies und kaputt. Wenn ich geschlafen habe, dann fühle ich mich ebenso mies und kaputt und noch dazu voller Angst, weil mich Alpträume der allerschlimmsten Art durch den Schlaf jagen..
Ich will nichts mehr. Nur dass es aufhört. Dass alles aufhört.
Herz, hör auf zu schlagen. Lass mich tot sein.

Leser ♥