Manchmal wenn ich irgendwo kleine Kinder mit ihren Eltern sehe, dann macht mich das traurig...zu sehen wie die Kinder an die Hand genommen werden, von einem Elternteil hochgehoben und auf die Schultern gesetzt werden, um die Welt von ganz oben mit anderen Augen zu sehen, das Lachen der Kinder zu hören das noch rein und fröhlich ist statt mit Traurigkeit vermischt, da so kleine Kinder Traurigkeit noch nicht kennen...
Das erfüllt mich jedes Mal mit einer seltsamen Traurigkeit und Sehnsucht, da ich solch eine Verbindung zu den Eltern nicht kenne...Meine Eltern haben mir zu oft das Gefühl gegeben ihnen irgendwo egal zu sein, das einzige was ihnen nicht egal war, war meine Wirkung nach Außen, mein Benehmen, meine Noten, dass ich das Kind bin das sie wollten dass ich ihre Erwartungen erfülle...
Aber dafür sind Kinder nicht da, Kinder sind eigenständige Wesen mit einer eigenen Persönlichkeit und Gefühlen und Gedanken, die man verstehen könnte wenn man es zumindest mal versucht..
Ich hab schon öfters gehört, dass es Eltern gibt denen die Kinder zu schnell erwachsen werden, denen es zu schnell geht. Bei meinen Eltern war immer das Gegenteil der Fall, denen kann es gar nicht schnell genug gehen dass ich erwachsen werde, so richtig Kind sein konnte ich nie, andauernd bekam ich zu hören, dass ich mich nicht wie ein kleines Kind benehmen soll, dass ich dafür schon viel zu alt bin wenn ich irgendwas wollte oder manche Sachen spielen wollte..Andauernd wurde ich wegen irgendwelchem Zeug zusammengeschissen, total unwichtiges teilweise...Für meine Noten haben sie sich immer interessiert, viel zu sehr, für anderes rein gar nicht und hatten auch nicht Zeit für mich, und wenn es mal wirklich drauf ankam war ich immer auf mich allein gestellt...Wenn es mir nicht gut ging war keiner für mich da, ich hab so oft geweint weil ich mich so allein gefühlt hab..
Ich hab nie wirklich das Gefühl gehabt geliebt zu werden, sondern eher dass der einzige Grund warum sie mich irgendwie mögen der ist, dass ich eben das Kind von ihnen bin und sie mich irgendwie mögen müssen, dass sie die Person mögen, die ich nicht bin, das Kind das sie gerne hätten, aber in mir nicht haben...
Wenn man nicht damit leben kann, dass die Kinder nicht so werden, wie man das gerne hätte, dann soll man eben keine kriegen. Kinder sind für immer, nicht nur ein Spielzeug dass man zurückgeben oder umtauschen kann wenn man nicht zufrieden damit ist...das hab ich bei einem Streit mal gesagt...
Ich versteh mich schon lange nicht mehr mit meinen Eltern, bei uns zuhause wechseln sich phasenweise ständiges Streiten und gegenseitiges Ignorieren ab...Eine seltsame Art zu leben, aber ich habe mich daran gewöhnt...Am liebsten würde ich gehen, aber ich wüsste nich wohin..
Andauernd nur Streiten...ich weis, dass Streiten gegenseitigkeit ist, und auch ich schon Dinge gesagt habe, die ich besser nicht gesagt hätte...Aber meine Mum tut mir so weh, seit Jahren schon, weil sie mich nie versteht, weil sie Dinge sagt, die man normalerweise niemandem sagt, weil sie mich nie mochte, nie so mochte wie ich eben bin...das unperfekte, kleine schwarze Entchen..,Eltern müssen die Kinder doch eigentlich so mögen wie sie sind? So zumindest die Theorie...
Ich fühle mich als wäre ich ein Spielzeug für sie, mit dem sie schon lange nicht mehr spielen wollen, eine Holzpuppe die schon nach kurzer Zeit uninteressant geworden ist weil sie einfach nicht den Erwartungen entsprach...Eine Holzpuppe, an deren Fäden zu viele Menschen zogen, die jedoch trotzdem nicht so funktionierte und sich in die Richtungen bewegte, wie die Leute das wollten...
Aber die Holzpuppe kann schließlich nichts dafür, dass es sie gibt, dass sie das ist was sie nun mal ist, dass sie überhaupt da ist...mittlerweile hat das Holz überall Risse und von den aufgemalten Augen blättert die Farbe ab...