Sonntag, 16. September 2012

Im Schatten

Ich hab Angst. Angst davor, dass diese schöne Zeit nur ein kurzer Traum war, und sich nach dem aufwachen niemand außer mir mehr daran erinnert. Angst davor, dass die Zukunft und die Wege, die ich gehen kann, einfach wieder hinter einer dichten Nebelwand verschwinden. Angst, dass ich mir das alles nur eingebildet habe, dass ich in einer Illusion lebe, eine Gedankenblase, die unter Wasser schwebt und ich in der Dunkelheit  des Meeres schon längst aufgehört habe zu atmen. 
Ich bin fail. Ich kann nicht anders, ich kann immer und immer nur nachdenken, immer und immer nur seltsame Gedanken in meinem Kopf, die sich zu ganzen Welten verdichten und mich vergessen lassen, was noch Wirklichkeit ist und was nicht, was wichtig ist und was nicht. Was echt ist und was nicht. Wenn Träume sich selbst träumen können, dann bin ich gerade vielleicht zum ersten Mal in meinem Leben wirklich wach, und sobald ich die Augen schließe, werde ich wieder in der Wirklichkeit die nur ein Traum ist erwachen. Ich habe  Angst davor, zu schlafen. 
Man kann gar nicht anders, als mich für seltsam zu halten. Ich halte mich selbst für seltsam. Und ich halte mich selbst einfach nicht mehr aus. Ich halte die Gedanken und die Dunkelheit in mir nicht aus. Am liebsten würde ich meinen Kopf solange gegen die Wand schlagen, bis ich auch den letzten Gedanken und das letzte bisschen Verstand in mir getötet habe. 

Ich stehe seit Jahren an der selben Stelle. Ich bin einfach stehen geblieben, und alle anderen sind weitergegangen. Ich habe ihnen zugesehen, habe ihnen hinterhergesehen, als sie einfach weitergingen und Stück für Stück auch das letzte bisschen Licht mitgenommen haben. Und alles, was übrig bleibt, ist Finsternis. Und Leere. 
Ich bin nie älter geworden, bin immer ein Kind geblieben. Etwas in mir ist stehen geblieben, wie eine Uhr, die man nie wieder aufziehen kann. Ich werde wohl für immer so bleiben. Egal wieviel Zeit vergeht, das wird sie nicht heilen können.

Und jetzt bin ich dabei, vielleicht doch nach all dieser Zeit einen Schritt nach vorne zu machen. Einen Weg zu wählen um eine Zukunft zu sehen. Aber wirklich sehen kann ich nichts, alles ist immer und immer nur dunkel. Ich könnte fallen, noch tiefer als sowieso schon, wenn ich bei meinem Weg nach vorne in einen Abgrund stürze. Aber das macht mir keine Angst. Stattdessen habe ich Angst davor, im Kreis zu rennen, mich immer und immer im Kreis zu drehen, einen Weg zu gehen, den man nicht gehen kann, ein Weg der nirgendwo hin führt und man immer und immer wieder am Anfang landet. Ich kann selbst nicht so genau benennen, was mir so furchtbar Angst macht. Aber ich weis, dass es immer so ist. Dass ich immer und immer  Angst bekomme. Angst ist mehr als nur normale Angst. Angst ist die Schattenseite der Hoffnung. Denn alles ist für mich negativ. Selbst die wenigen guten Dinge in meinem Leben sind negativ, zumindest im selbsten Maße negativ wie positiv, weil die Angst dann aus den Schatten kriecht und sich in meinen Körper schleicht und seine scharfen Krallen in die Stelle bohrt, an der bei normalen Menschen das intakte Herz sitzt. Es ist immer so. Dunkelheit ist überall. Denn auch Licht wirft Schatten. Und genau dort lebe ich. Im Schatten, in der Dunkelheit. 
Ich weis dass das fail ist. Dass es mir auch das wenige gute im Leben kaputt macht. Dass ich mir das wenige gute dadurch selbst kaputt mache. Aber ich kann nicht anders. Ich wünschte ich könnte es. Ich weis dass das fail ist. 

Ich fühle mich so verloren. Daran hat sich nichts geändert.  Auch wenn mir im Moment jemand das Gefühl gibt nicht mehr ganz allein zu sein, so fühle ich mich dennoch noch immer verloren.

Kommentare:

  1. 1. tritt vor, wenn du was zu sagen hast
    2. stell dich ins licht
    3. hallo :)

    heyhey, lang nichts mehr gehört

    AntwortenLöschen
  2. Hey,
    ich habe dir einen Award verliehen.
    Schaue einfach auf meinem Blog nach. :)

    xoxo Livey <3

    AntwortenLöschen
  3. du wurdest getaggt :)

    schau doch mal vorbei

    AntwortenLöschen
  4. du sprichst mir einfach so genau aus der Seele.

    AntwortenLöschen
  5. ich mag deinen Schreibstil wirklich sehr. Du schreibst mir wirklich direkt aus der Seele. Das ist immer wieder aufs neu beeindruckend. ich liebe deine Texte wirklich sehr <3

    Du wurdest getaggt =)

    Liebe Grüße <3

    AntwortenLöschen

Leser ♥