Dienstag, 22. Mai 2012

Welkende Blüten

~ Sterben kann schmerzhaft sein, Leben ist es auf jeden Fall ~


Zu laut hallen die Gedanken in meinem Kopf wieder. Denn es ist nichts da, was die Leere in mir füllen könnte. Die Tage kommen und gehen. Die Nächte ziehen an mir vorrüber. Angst. Verzweiflung. Beides lässt mich nicht mehr los. Ich kann fast nicht mehr schlafen, und sehe die Welt daher mit anderen Augen als die meisten anderen.
Blasses Mondlicht fällt durch mein Fenster. Es ist dunkel und es ist Nacht und ich sitze da, und lausche dem leisen Rauschen des Windes in der Stille, der Stille der Nacht. Warum ist keine Stille in meinem Kopf? Warum hält niemand meine Gedanken an? Das Leben ist ein Karussell, aber ich möchte nicht mehr damit fahren. Ich habe genug davon, mich immer und immer wieder im Kreis zu drehen, immer und immer wieder an einen Punkt zu kommen, an dem es nicht mehr weiter geht. Ich habe genug davon nach Wegen und Antworten zu suchen, die ich niemals finden werde. Das Karusell soll sich weiterdrehen, weiter und immer weiter, aber ohne mich. Ich möchte aussteigen und schlafen. Aussteigen und auf ewig schlafen, wie eine Prinzessin im Eis.
Ich bin eines der verlorenen Mädchen, die in ihrer eigenen inneren Eiswüste gefangen sind. Wir sind welkende Blüten, Überreste des letzten Sommers. Und niemand ist da, der uns vor der Kälte beschützt.

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