Samstag, 28. Januar 2012

I'm lost

Warum ist mein Leben so mist, warum läuft einfach alles zur Zeit schief, warum geht es immer weiter bergab und ich kann nichts dagegen tun? Nur zuschauen, unfähig irgendetwas zu tun, in der Bewegung erstarrt?
Ich frage mich, wer ich eigentlich bin..wer ich einmal war und wer ich geworden bin...einerseits ist es so, dass ich mich überhaupt nicht verändere. So fühlt es sich an, als würden alle anderen weitergehen, mit der Zeit weitergehen, in verschiedene Richtungen, nur ich selbst bleibe stehen, immer an der selben Stelle, kann mich nur im Kreis drehen und zusehen aber selbst bewegen kann ich mich nicht, wie festklebt an der Erde...
Andererseits bin ich mir sicher, dass ich mich verändert habe. Allein dadurch, dass in meinem Leben eben alles vergab geht. Dadurch bin ich eine andere geworden irgendwie nicht mehr das selbe Mädchen wie vor zwei Jahren als es noch nicht so schlimm war, wie vor vier Jahren als noch mehr in Ordnung war als jetzt in Ordnung ist...Und die Veränderungen sind nicht positiv soviel weis ich sicher, auch wenn ich sie nicht genau benennen kann...
Habe ich ein gestörtes Selbstbild? Vermutlich, weil man normalerweise doch nicht so gegensätzliches zur selben Zeit über sich empfinden kann...
Schaue in einen Spiegel, dann schaut ein Gesicht zurück das definitiv das meine ist, aber trotzdem kommt es mir fremd vor, komme ich selbst mir fremd vor, in meinem Körper und meinem Leben so als wäre ich nur zufällig da und frage mich plötzlich was ich eigentlich hier mache.
Ich lebe, weil ich eben noch nicht gestorben bin, wofür ich lebe weis ich nicht...Ich kriege nichts auf die Reihe, bin überflüssig und allein..
Ich bin ein Wintermädchen und eine Nachteule, mir ist immer kalt, ich schlafe nicht wie andere schlafen..stattdessen sitze ich die halbe Nacht sinnlos herum, schaue aus dem Fenster und sehe im schwachen Mondlicht die Umrisse derBäume, sehe den Mond wie er sich verändert Tag um Tag ohne es bewusst wahrzunehmen, sehe der Zeit dabei zu wie sie vergeht...versuche mich irgendwie von meinen Gedanken abzulenken, schaffe es meist nicht wirklich und liege manchmal einfach nur da, irgendwo in mir drin verloren, und weis nicht was schlimmer ist, schlafen oder wach sein..In den wenigen Stunden wirklichen Schlafs kommen mich die Alpträume besuchen und in den Stunden des Wachseins sind die deprimierenden Gedanken und Gefühle Dauergast in meinem Kopf...
Ich bin kaputt gegangen. Irgendwo irgendwie irgendwann im Laufe der Zeit. Zerbrochen. Splitterherz und Spiegelscherben. Mehr ist nicht übrig von mir, ich bin eine Scherbensammlerin geworden, die das Puzzle jedoch nicht mehr zusammenfügen kann. Die Teile passen nicht mehr, sind teilweise selbst verloren gegangen, und selbst die Scherben zersplittern in immer noch mehr Teile..
Es ist hoffnungslos, genau das ist es..
Dabei war ich im Puzzeln eigentlich immer gut, früher als ich klein war und Puzzle gemacht hab, Teil um Teil mühelos zu einem ganzen zusammenfügen konnte..es ist mir immer gelungen, und es war ganz selbstverständlich für mich. Alles war einfacher als kleines Kind. Selbst wenn man da schon kein perfektes glückliches Leben hatte, Spielen war einfach. Man fügt Legoteile zusammen, bis eine Welt daraus wird, baut immer mehr sich ständig verändernde Welten...Vielleicht weil man tief innen drinnen unbewusst schon weis, dass die echte Welt keine schöne ist...
Ich flüchte mich in meine Träume, träume mir ein Leben und Fantasiewelten zusammen, überstehe Tagträumend die Tage, überlebe irgendwie und fühle mich zerrissen und hilflos, weil Traum und Wirklichkeit so unvereinbar voneinander abweichen, weil ich weis dass aus Traum nie Wirklichkeit werden kann...Aber sonst habe ich nichts, außer Tagträume von Fantasywelten und idealisierten Welten der Wirklichkeit und Träume vom Fliegen..
ich bin eine hoffnungslose Träumerin..irgendwo verloren..ich bin nicht tot, aber wirklich lebendig bin ich auch nicht..

Kommentare:

  1. Deine Texte sind so wunderschön und wenn ich sie durchlese denke ich mir immer an mindestens fünf Stellen "oh ja, ganz genau so ist es"
    Dieses Gefühl, dass sich alle anderen weiter entwickeln und man selbst stehen bleibt, feststeckt, das kenne ich so gut. Man hat immer das Gefühl so viel schlechter zu sein als die anderen, weil sie es so mühelos schaffen, sich zu verändern, ihrem Alter zu entsprechen, langsam erwachsen zu werden. Und man selbst kommt einfach nicht mit. Vielleicht denkt man zu viel darüber nach, vielleicht fehlt diese Leichtigkeit, mit der die anderen das machen.

    Aber genauso bekannt ist mir das Gefühl sich immer mehr zu verändern. Es ist wie als würde man ausbleichen und irgendwann nur noch ein Schatten seiner selbst sein. Es passiert so viel, was einen trennt von dem fröhlichen, alle glücklich machenden Mädchen, das man zu sein vorgibt.

    Und ja, es ist ganz seltsam zur selben Zeit so unterschiedlich über sich selbst empfinden zu müssen.

    Auch dieses vor dem Spiegel stehen ist bei mir genauso. Manchmal stehe ich mintuenlang nur davor uns starre mich an und dann denke ich mir "wer bist du? und wer bin ich, wenn du mein Spiegelbild bist?"

    Dieses Gefühl der Zeit beim Vergehen zuzusehen kenne ich auch so gut. Man starrt auf ein Leben, das scheinbar das eigene ist und beobachtet stumm und passiv, wie die sich Tage aneinander reihen, Wochen, Monate und man fühlt sich immer mehr, wie als hätte man nichts mehr mit sich zu tun.

    Und was du auch so wunderschön beschrieben hast ist das mit den Scherben. Mit den vielen vielen Scherben, die sich nicht mehr zusammenfügen lassen. Man sitzt mit blutverschmierten Händen auf dem Boden und versucht sich selbst zu rekonstruieren, aber wenn man einmal so zerbrochen ist lässt sich einfach nichts mehr ändern.
    Und es fühlt sich so sehr so an, wie als wäre man gar nicht mehr am Leben.

    <3

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  2. dein blog ist echt wunderbar, und du hast vollkommen recht mit allem was du hier schreibst!

    einen Leser mehr!

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  3. Wie eine Seelenverwandte, ganz genau so kommst du mir auch vor :)
    Ich hab dich schon richtig lieb, obwohl wir uns erst so kurz kennen <3

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  4. ach naja.. 5 euro für 28 tablettchen kann man mal verschmerzen... also eins kann ich sagen.. mein hunger ist wirklich weniger geworden :)) :**

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  5. hach ja, noch eine träumerin. ;)
    ich kann mich stundenlang in meinen tagträumen verlieren. auch früher in der schule, wenn mir ein thema zu langweilig war ooder ich doofen situationen entfliehen wollte, habe ich mich in tagträume geflüchtet.
    tolle texte <3

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