Samstag, 4. Februar 2012

Nacht

Die Nacht ist mein Spiegel. Kalt und still sehe ich meine eigenen Gedanken in die Finsternis gemalt, sehe mich selbst und was sich in mir versteckt. Was in hellem Sonnenlicht verbrennen würde, kommt in der Dunkelheit zum Vorschein.
Ich sehe, was ich nicht sein will und trotzdem bin. Ich spüre meine Hilflosigkeit und Angst. Fühle nachts erst richtig wie alleine ich bin und die Einsamkeit tut weh.
Aber trotzdem ist die Nacht zu meinem Tag geworden, trotzdem habe ich irgendwann begonnen die Nächte irgendwie zu mögen, die Stille die manchmal erholsam und tröstlich und manchmal aber  bedrohlich und splitterscharf ist. Sterne und Mondlicht als leuchtende Punkte in schwarzem Meer, fast kommt es mir manchmal so vor, als wäre mein Zimmer ebenfalls ein Stern, da das Licht aus meinem Fenster wohl das einzige in der Dunkelheit ist.
Fast ist es, als wäre ich ein Vampir geworden. Ein Kind der Nacht. Lebend und doch tot. Früher hatte ich Angst vor der Dunkelheit und habe erst irgendwann erkannt, dass ich in Wahrheit Angst vor meinen Gedanken, Angst vor den Alpträumen und Angst vor vielen anderen Dinge hatte.
Aber vielleicht kann man auch keine Angst mehr vor etwas haben, das Teil von einem geworden ist..
Manchmal frage ich mich - was ist mein wahres Spiegelbild? Das der Finsternis oder das von Spiegelglas? Oder keines von beidem. Vielleicht habe ich kein Spiegelbild und werde niemals wissen können wer ich eigentlich bin, da ich ein Geist bin, der zwischen den Welten wandelt, ziellos und ohne eigene Spuren zu hinterlassen...

Kommentare:

  1. Ich hoffe es wird dir irgendwann einen Teil deiner Einsamkeit nehmen, dass ich zumindest gefühlt bei dir bin. So nah wie eine Schwester, wie eine Seelenschwester, die dich nicht nur versteht, sondern auch sehr lieb hat.
    Ich lese deine Zeilen und ich lese in ihnen viel Verzweiflung und Traurigkeit und Resignation. Aber ich lese in ihnen auch Leben, einen schwachen Atem der Lebendigkeit, ich lese von einem Herz, dem zu oft wehgetan wurde, aber das noch immer tapfer schlägt. Deshalb, weiß ich, dass du nicht verloren bist. ♥

    Die Vorstellung einer Sternenbrücke zwischen uns finde ich wunderschön :) Weder Distanz, noch Dunkelheit, noch Anonymität kann zwei Herzen trennen, die im gleichen Takt schlagen ♥

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  2. Wenn es jemand verdient hat, dass man lieb zu ihm ist, dann du. ♥
    Ich hab dich lieb :) Schlaf gut, ja? :*

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  3. Darf ich fragen, was dich so fertig macht? Weshalb du so am Ende bist? Ich würde dir nämlich gerne helfen. (:

    Die letzten 2 Wochen konnte ich mich zu nichts aufraffen. Das Wetter deprimiert mich und macht mich lustlos. Außerdem fühle ich mich eh total schwach.. Aber was solls. Wird hoffentlich wieder besser.

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  4. danke, das freut mich. du jetzt auch. (: du schreibst sehr gut und es gefällt mir, wie kunstvoll abstrahiert und anschaulich du uns hier deine gedanken auseinandersetzt. xoxo.

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  5. vielen dank für den kommentar. es tut gut, zu wissen, dass jemand liest, was ich schreibe, sich wirklich damit auseinandersetzt und es versteht. du hast genau das beschrieben, was ich meine. und deine persönliche antwort auf meine frage hat mich weitergebracht, weil meine, denke ich, ähnlich ist. xoxo.

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  6. Oh wow.. dein Kommentar hat mir Tränen in die Augen getrieben.. weil ich genau weiß, wie das ist. Mir gehts genau so.. Einfach zu nichts mehr in der Lage. Einfach nur noch daliegen und nichts tun. Sich zu nichts aufraffen können. Die Laune ist im Dauertief und nichts erfreut einen noch. Ja, doch. Ich weiß wie das ist..
    Das mit deiner Mum tut mir leid. Und das sie dich rauswerfen wollen finde ich auch nicht in Ordnung. Wie alt bist du eigentlich?
    Ich hoffe, dass es bei dir bald wieder wird. ♥

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