Samstag, 18. Februar 2012

Sternensplitter

Dieses Gefühl, wenn man weinend in der Dunkelheit sitzt und aus dem Fenster schaut. Als gäbe es dort ganze Welten zu sehen, aber gefangen ist man in sich selbst, man sieht wie durch einen Schleier, wie durch einen Nebel der den eigenen Körper einhüllt, undurchdringlich und grau und schwer von all den Gedanken und Erinnerungen die darin hängen, gefangen wie in einem klebrigen Netz.
Ich habe dieses Gefühl oft, viel zu oft, wenn mich plötzlich alles wieder einholt, wenn die Erinnerungen und Gefühle, die ich verdränge auf einmal wieder an die Oberfläche kommen und alles so frisch ist als wäre nicht ein Tag vergangen..Vielleicht kann es mir nie besser gehen, verdrängen ist auf Dauer keine Lösung, man kann zwar besser damit leben, weil man eben nicht mehr daran denkt und das zeitweise beinahe vergessen hat, aber da ist es trotzdem, begleitet einen trotzdem in jeder Sekunde, jedem Atemzug, auch wenn man es bewusst nicht bemerkt sondern nur den Schatten davon, der dunkel an allem klebt und trotzdem weh tut. Und dann gibt es eben die Stunden, in denen alles wieder da ist, irgendwie wieder aufgetaucht aus dem Schnee, in dem man es begraben hat um es zu betäuben und zu verdrängen. Manchmal weis man nicht einmal, wodurch die Erinnerungen wieder ausgelöst werden..
Und dann sitze ich eben da, stundenlang weinend und wie tot in mir selbst verloren, ich starre ins Nichts und in die Nacht. Und ich fühle die Angst. Die Verzweiflung. Meine eigene Hilflosigkeit. Meinen Hass auf mich selbst. Die Traurigkeit die mich überschwemmt wie eine Flutwelle.
In dieser Nacht saß ich wieder mal einfach nur da, in meinem Bett dass unter dem Fenster steht, zunächst zusammengerollt unter der Decke während ich weinte, dann am Fenster sitzend in die Dunkelheit starren als ich nicht mehr weinend konnte. Kein Licht am Himmel, nicht das allerkleinste. Kein Stern zu sehen und kein Mond. Wolkenverhangener Himmel, doch auch die Wolken in der Dunkelheit nicht zu sehen. Ich weis nicht, worauf ich warte wenn ich in die Finsternis der Nacht sehe. Vielleicht auf eine Sternschnuppe. Auf Sternensplitter, die von Himmel fallen und die ich fangen kann. Damit das Licht der Sterne in mir leuchtet und mich nie verlässt.
Ich habe noch nie eine Sternschnuppe gesehen, aber ich weis, dass man einen Wunsch freihat, wenn man eine entdeckt. Vermutlich warte und hoffe ich darauf. Auch wenn es nur die Illusion und vergebliche Hoffnung eines Kindes ist, was habe ich denn sonst, allein mit der Dunkelheit, mir selbst und Erinnerungen an die ich mich nicht erinnern will, Gedanken die ich nicht denken will, ein Leben das so keines ist das ich leben will...
Ich will mir Sternensplitter fangen, damit ich sie meinem eigenen Splitterherz hinzufügen kann, denn auch diese Splitter sind mir teilweise schon verloren gegangen und etwas das nicht mehr da ist, nicht mehr existiert, kann nie mehr ganz werden, da ist selbst der Versuch sie zusammenzufügen vergeblich.
Wenn die Dunkelheit ein Teil von einem selbst geworden ist und im eigenen Körper wohnt, ist der Wunsch nach Licht im Herzen so groß und gleichzeitig so vergeblich, wenn das Herz in Scherben liegt...

Kommentare:

  1. Ach Süße :( ich wünschte so sehr ich könnte dir helfen. Ich hoffe, dass du weißt, dass du mir jederzeit schreiben kannst, wenn es dir nicht gut geht.
    Ich kenne diesen Wunsch so gut, irgendetwas zu haben womit man wiederherstellen kann, was in einem selbst kaputt gegangen ist. Ich wünschte ich könnte dir helfen einen Sternensplitter zu fangen und sein Leuchtet in dich aufzunehmen. Wenn wir beide einen Flügel haben, vielleicht fällt es uns dann leichter, einen aufzufangen :)

    Ich verstehe dich so gut. Es ist so schlimm auf sich alleine gestellt zu sein mit sich selbst, schlimmen Erinnerungen und negativen Gedanken.

    Ich hab dich wirklich lieb <3

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  2. ... Ich weis nicht was ich sagen soll... es spiegeld sich so viel von mir wieder in dem Text... Aber vergiss nicht das man niemals alleine ist. auch wenn man es nicht merkt... wenn irgendwass ist kannst du ja mich anschreiben ;) du bist nicht allein ^^
    liebe Grße Alisia

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  3. Vielen Dank <3
    Ich glaube das kann gut sein, das man Flügel dazu braucht, aber auch wenn nicht, mit Flügeln hat man eine bessere Chance, also werden wir dir einen fangen können :)
    Es ist so unglaublich toll, dass wir uns so verstehen, dass wir so ähnlich sind, dass wir Texte schreiben, die manchmal auch der andere geschrieben haben könnte. Ich fühl mich so viel besser mit dem Gedanken, dass mich jemand versteht, dass ich nicht alleine am Rande all dieser Menschen stehen muss, die es schaffen einfach so leben, wie als wäre es das normalste der Welt, sondern mit dir zusammen. Dadurch ist es gleich viel weniger schlimm.
    Wenn ich mir dich vorstelle bin ich absolut sicher, dass du gut genug fürs Leben bist, dass du das alles schaffen kannst, dass du fähig bist zu leben. Aber ich verstehe auch trotzdem, dass es sich für dich nicht so anfühlt, weil ich ja selbst das Gefühl habe zu schlecht für das Leben zu sein.

    Du bist meine Seelenschwester also werde ich dich - auch wenn ich noch nicht genau weiß wie - auffangen wenn du am Abgrund abrutschen wirst. Versprochen <3

    Ich hab dich auch sehr lieb und du bist mir auch sehr sehr wichig <3

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